Ich bin meine eigene Frau. 2 CDs.
Charlotte von Mahlsdorf
Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 8 Bewertungen)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):
Grossartig 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Angenehme Stimme, spannenden Geschichten und ein enorm geschichtlicher Hintergrund. Dieses Hörbuch lohnt sich auf jeden Fall!!
Am 17.5. geboren... 5 von 5.00 Punkten
Verfasser ... ist Charlotte von Mahlsdorff alias Lothar Berfelde zwar nicht, aber in Anspielung auf den Homosexuellen-Paragraphen machte er aus seiner sexuellen Orientierung nie ein Geheimnis und fiel als bekennender Transvestit sowohl unter den Nazis als auch in der damaligen DDR stets auf. In "Ich bin meine eigene Frau" erzählt der so liebenswert-freundliche Charlotte von Mahlsdorf von stürmischen Zeiten!
Jahrgang 1928, wächst er in einer freisinnigen Familie, jedoch mit einem äußerst jähzornigen Vater, auf. Mutter und Tanten akzeptieren den spleenigen Jungen, der sich früh für Kunst und Möbel interessiert und am liebsten staubwischt, so wie er ist. Sein Vater aber triezt ihn und als er immer wieder Lothars Mutter verprügelt, schlägt Lothar eines Tages zurück. Mit schrecklichen Folgen, sein Vater stirbt. Ihm droht das Todesurteil, aber das Naziregime befindet sich bereits in der Auflösung und im hart umkämpften Berlin gelingt ihm schließlich die Flucht. Es beginnt eine herrliche Zeit: Lothar streift durch die Trümmer und Ruinen und trägt wieder eine beachtliche Gründerzeit-Sammlung zusammen, mit der Schloss Mahlsdorff eingerichtet wird. Um diesen mehr und mehr verfallenden Besitz beginnt schließlich ein zähes Ringen, bis Charlotte schließlich dort ihr Museum eröffnen darf. Eine DDR-Posse, die, wenn sie nicht so traurig wäre, zum Schreien komisch war.
Und aus ihm/ihr wird schließlich eine Ikone, dabei wollte sie nie mehr sein als ein "gutes Dienstmädchen", dass sich hingebungsvoll dem Bewahren von Altem und Seltenem widmet.
Besonders gefallen hat mir die Episode, als Charlotte eine komplett erhaltene Spelunke, die Mulackritze, in denen in den Zwanziger Jahren Kleinkriminelle, Sparvereine, Prostituierte, Künstler und Filmstars verkehrten, vor dem Abriss rettet. Bis heute ist sie das Herzstück des Gründerzeitmuseums in Mahlsdorf.
Mit persönlicher Bescheidenheit, Wärme und Mutterwitz erzählt hier ein Wanderer zwischen den Welten in eigener Sache. Denn seine Orientierung hatte auch seine Schattenseiten, die er nach der Veröffentlichung des Buches mit aller Macht erfahren musste. Rechtsradikale überfielen ihn, er versuchte, in Schweden ein neues Gründerzeitmuseum zu gründen, was scheiterte. Stasi-Vorwürfe kamen hinzu, zuviel für ein eigentlich sehr zurückhaltendes und liebenswertes Wesen, das Lothar/Charlotte stets auszeichnete!
Dieses Hörbuch spricht Charlotte von Mahlsdorff selbst, mit einer wunderbar leisen, weiblichen Stimme, wenige Tage vor ihrem Tod im April 2002. Das Booklet mit einem Nachwort von Peter Süß ist allein die Anschaffung dieser CDs wert!
Unvergleichliche Geschichte 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Im letzten Frühling starb Charlotte von Mahlsdorf, mit bürgerlichem Namen Lothar Berfelde und eine der Ikonen der deutschen Schwulenbewegung, im Alter von 74 Jahren. Womöglich hätte man das traurige Ereignis unter dem Gesichtspunkt des Ikonenverlusts eher unterschätzt (Guido Westerwelle u. v. a. bleiben der Bewegung ja vorerst erhalten), wenn Charlotte von Mahlsdorf nicht noch zwei Tage vor ihrem Tod, also gleichsam in letzter Sekunde, ihre Autobiografie "Ich bin meine eigene Frau" für ein Berliner Tonstudio eingelesen hätte. So hat man es nun mit einer Art akustischem Testament zu tun, das einen völlig unerwartet fesselt. (aus TAZ 26-11-2002)
Ihr Leben und Wirken, der Vergleich zur Vergangenheit 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Also, ich wohne kaum ein paar Hundert Meter von genau Ihrem Gründerzeitmuseum weg. Für uns Mahlsdorfer (Randberliner) ist dieses Museum von sehr hoher kultureller Bedeutung. Die Sorgen und Freuden der erst in diesm Jahr verstorbenen Charlotte von Mahlsdorf, ihr Einsatz für dieses Museum, ihr Wirken und Auftreten ist etwas ganz besonderes. Leider konnte ich dieses nur in den letzten wenigen Jahren selbst miterleben, aber dieses Buch erklärt vieles, was man im persönlichen Umgang nicht ganz verstanden hat - und sich nicht traute zu fragen. Also für jeden Mahlsdorfer eine Pflichtlektüre. Und der Ausdruck der tiefen Trauer über ihren plötzlichen Tod.
Eine ungewöhnliche Story für`s Herz... 4 von 5.00 Punkten
Verfasser Dieses Buch wurde mir (Azubi zur Buchhändlerin) von einer Kundin empfohlen und ich muss sagen: es war ganz toll. Dadurch, dass die Story so ungewöhnlich, gleichzeitig aber mit einer überwältigenden Herzlichkeit geschrieben ist, bekommt man wieder mal einen ganz anderen Einblick in ein interessantes Leben. Mein Verständnis für Charlotte von Mahlsdorf, die unter anderem auch ihr Leben als kleiner Junge beschreibt, wurde von Seite zu Seite größer. Auch die ganzen Szene-Geschichten über das frühere Berlin (hier: Nazi-Zeit) sind sehr interessant und... amüsant!! Ein ganz spezieller Tipp von eurer NINA
Eines der beeindruckensden Bücher, die ich je gelesen habe 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Charlotte von Mahlsdorf, eine bemerkenswerte Frau, die eigentlich gar keine Frau ist. Zumindest Körperlich. Geboren als Lothar Behrfelde in den späten Zwanziger Jahren in Berlin im Körper eines Jungen, merkt sie bald, dass sie im falschen Körper lebt. Immer wieder bringt sie diese Andersartigkeit mit der Gesellschaft und den damaligen Gesetzen in Konflikt. Nicht genug damit: ihre Vorliebe für alte Möbel (die ich teile) lässt sie ein Museum gründen. Ganz allein und nie ihre weibliche Seite vernachlässigend renoviert sie das marode Gebäude und rettes es vor dem Abriß. Aufgrund dieses Buches besuchte ich das Gründerzeitmuseum vor ca. 2 Jahre. Leider wohnt Charlotte nicht mehr dort. Ständig wiederkehrende Querelen mit den Nazis zwangen sie schon vor Jahren zur Auswanderung nach Schweden. Charlottes Schreibstil packt einen, so daß man sich wünscht, auch trotz der damaligen Probleme in diesen Jahren dabeigewesen zu sein. Ein super Buch, ich habe es sicherlich nicht zum letzten Mal gelesen.
faszinierende Lebensgeschichte einer Außenseiterin 5 von 5.00 Punkten
Verfasser In diesem Buch beschreibt die als Mann geborene Autorin ihren Lebensweg, auf dem sie der Leser von den Anfängen des Naziregimes, über die DDR-Zeit bis hin zu den Anfängen des wiedervereinigten Deutschlands begleiten darf. Charlotte von Mahlsdorf merkt schon in frühen Jahren, daß sie im falschen Körper lebt und eigentlich als Frau hätte geboren werden sollen. Diese "Andersartigkeit" bringt sie in zahlreiche Schwierigkeiten und nicht nur einmal an den Rande des Todes. Jedoch findet sie trotz der nicht endenwollenden Rückschläge, bei denen andere Menschen schon längst aufgegeben hätten, immer wieder den Mut und die Kraft, ihr Leben zu leben und sich nicht unterkriegen zu lassen. Dieses Buch ist ein Appell an alle, nicht nur an Schwule und Lesben, seinen eigenen Weg zu gehen und sich nicht den gesellschaftlichen Konventionen und Repressionen zu beugen. Und das Bemerkenswerte hieran ist, daß Charlotte von Mahlsdorf dies nie auf Kosten anderer getan hat und damit eine große Ausnahme in unserer sonst so egoistischen Gesellschaft ist. Eine tolle Frau!
Stilvolle Autobiographie eines Transvestiten 5 von 5.00 Punkten
Verfasser In ihrem Gründerzeitmuseum bei Berlin, dessen Austellungsstücke sie über Jahrzehnte zusammengetragen hatte, wird man Charlotte von Mahlsdorf nicht mehr treffen. Vor einigen Jahren wanderte sie nach Schweden aus - eine Flucht vor zunehmenden neonazistischen Übergriffen. Solche Aktionen kannte sie noch aus ihrer Jugend. Geboren als Lothar Berfelde im Berlin der Spätzwanziger, entdeckte sie bald ihre Andersartigkeit. Unterstützt unter anderem von einer lesbischen Tante, lief sie bald in Kleidern durch die Gegend und entdeckte ihre Liebe zu alten Möbeln. Der Krieg und die Besatzungszeit waren von ständiger Angst geprägt, auch wenn sich das Schreckliche zuweilen in Komik verkehrte, z.B. als ein sowjetischer Soldat sie vergewaltigen wollte und sehr verblüfft über seinen Irrtum war. Nach dem Krieg begann Charlotte von Mahlsdorf, gegen zahlreiche bürokratische Hindernisse ein Gutshaus in Mahlsdorf zu restaurieren und zu einem Museum für ihre Gründerzeitmöbel zu machen. Sie wurde in dieser Zeit zu einer Ikone der Homosexuellen-Szene in der DDR. Das Buch ist sehr stilbewußt geschrieben und die Beharrlichkeit, mit der sie ihre Ziele verfolgte, ist bewundernswert. Man erfährt viel über sexuelle Minderheiten in der DDR und der Aufbruchsstimmung der Wendezeit. Ein unvergleichliches Leben, das sie selbst mit aristokratischem Charme schildert. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)