"Der kommentierte Bildband zu "Ab 18" - zensiert, diskutiert, unterschlagen. Zensur in der deutschen Kulturgeschichte: Zensur in der deutschen Kulturgeschichte. Der kommentierte Bildband: BD 2
Roland Seim
Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):
Alles über Zensur in Deutschland. 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Wer wissen möchte, was in diesem Land alles verboten, zensiert und unterschlagen wird, ist mit diesem Buch bestens bedient.
Wer meint, wir leben in einem freien Land, mit freier Meinungsäusserung und freier Kunstfreiheit, der wird bei diesen Fakten sicherlich ein neues Bild der Bundesrepublik Deutschland bekommen.
Das Buch ist nur zu empfehlen. LF666
Dokumentation, Stöberband und Nachschlagewerk (für Sammler?) 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Wer das ausgezeichnete "'Ab 18' - zensiert, diskutiert, unterschlagen" der Autoren Roland Seim und Josef Spiegel kennt, wird vielleicht diesen Bildband dazu als schmückende Ergänzung ansehen. Doch weit gefehlt. Der Bildband enthält
- aufschlussreiche Bilder der in der Bundesrepublik zensierten Objekte
- reichlich erläuternden Text, beispielsweise ein Schema der ehrenrührigen Äusserungen (S. 105)
- ein Kapitel "Computer und Neue Medien", das im Band 1 noch fehlt
- zahllose Listen und Textdokumente
- 21 Seiten Bibliografie mit Anmerkungen und Internet-Adressen.
Die Anmerkungen in der Bibliografie helfen, aus der Fülle von Literatur zum Thema Zensur, das auszuwählen, was einen speziell interessiert. Damit wird der Band nicht nur hilfreich, sondern unerlässlich für denjenigen, der sich über die Zensur in der Bundesrepublik Deutschland informieren will oder gar noch immer meint, sowas gäbe es nicht. Mir zeigte das Material, welch lächerliche Objekte unseren Staatsanwälten die Kehle (und anderes) anschwellen lassen. Es zeigt die Manipulation des Bürgers (beispielweise Retuschen an Wahlplakaten Kiesingers, S. 274). Es dokumentiert die Verbrennung von Comics 1958 (S. 289).
Der kommentierte Bildband zu "Ab 18" ist nicht unbedingt eine durchgängige Lektüre (obwohl auch dazu für Hartgesottene geeignet), sondern eine Dokumentation, ein Stöberband und Nachschlagewerk (für Sammler?). Soweit ich das überblicke, beschreibt der Band, dokumentiert, kommentiert, aber wird nie wertend oder gar lehrerhaft.
Too young too die 5 von 5.00 Punkten
Verfasser "Ab 18" erweist sich für alle diejenigen, die täglich Medien kritisch rezipieren als unersetzliches Nachschlagewerk und ist auch beim vierten und fünften Durchblättern immer noch spannend, unterhaltsam und äußerst informativ. Die Aktualität ist unglaublich: Ob der Rauswurf Ariane Sommers bei n-tv wegen der "schamlosen" Pose auf dem "Studio 54"-Plakat, die mittlerweile als pietätslos geltende Darstellung des WTC in Computerspielen oder die BBC-Verbotsliste der Songs, die während Kriegseinsätzen nicht gespielt werden dürfen, man findet nützliche Informationen zu sämtlichen tagesaktuellen Beiträgen in den Medien. Man verhandelt permanent mit sich selbst die Frage, ob nicht so manches Verbot (bzw. dessen Begründung) eines populärkulturellen (Mach-) Werks vielleicht peinlicher ist als das Werk selbst. Eine Empfehlung ist ein Verbot allemal. Am Beispiel der BBC-Liste wird deutlich, wie beliebig Zensoren zum Teil vorgehen: Wenn man mit geschlossenen Augen zwei CD's aus dem Regal greift, in meinem Fall jetzt gerade Jamiroquai-"Emergency On Planet Earth" und The Cure "Staring At The Sea", findet man ebenso radiotaugliche Tracks, die es auch auf die BBC-Liste hätten schaffen müssen. Es sind Titel wie "Killing An Arab", "Boys Don't Cry" oder "Too Young To Die".
Zahllose Beispiele für Zensur in Deutschland - informativ! 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Wer schon immer mehr über Zensur, indizierungen und Beschlagnahmungen in Deutschland erfahren möchte, sollte sich dieses Buch auf jeden Fall bestellen. Schon die Erstauflage lieferte zahllose Beispiele für Zensur in Deutschland. Abbildungen, Faksimiles und originale Texte veranschaulichen die Gründe für die verschiedensten Arten von Zensur. Die aktualisierte Neuauflage wird neben einigen Streichungen (Gott sei dank ändern sich ja auch die Ansichten der Behörden) auch einige neue Fälle dokumentieren. In sofern ist sie auf jeden Fall für jeden Erwachsenen, der sich einen "unbeschnittenen" Blick auf Zensur in Deutschland verschaffen möchte, eine interessante und aufschlussreiche Sammlung von verschiedensten Zensurbeispielen. und am Ende fragt man sich eigentlich immer, in wie weit eine Zensur - selbst wenn es um sich um echte Härtefälle handelt - über nötigem Jugendschutz stehen darf.