Der Antichrist: Versuch einer Kritik des Christentums
Friedrich Nietzsche
Durchschnittliche Gesamt-Lesermeinung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 33 Bewertungen)
Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):
immer aktuell! 5 von 5.00 Punkten
Verfasser zeitlos und aktueller denn je ist dieses Buch!
Gegen die momentan wieder kausierenden Fakten von Pädophilie und Maßlosigkeit der Kirche hülfe nur eins:
Das Christentum, um unserer Kinder und unser aller Zukunft Willen doch endlich abzuschaffen.
So würde nicht nur die größte Glaubensgemeinschaft den beiden anderen monotheistischen Religionen (Judentum und Islam) mit gutem Beispiel vorangehen, sondern es gelänge zudem noch die Wissenschaft mit Sieben Meilen Stiefeln voranzutreiben, sowie unsere geistige Evolution zu beschleunigen!
Fridrich Nietzsche Antichrist 4 von 5.00 Punkten
Verfasser Wenn man die ersten 10 Seiten dieses Buches geschafft hat, seine eventuell durch Aufklärung und Humanismus geprägte Ethik während des Lesens ausklammern kann, ist der Inhalt dieses Buches eine in sich sehr logische Auseinandersetzung Dogmen (nicht rational beweisbarer Behauptungen) bedingter Machtansprüche gegen Erkenntnisse aus Naturbeobachtung und dem Primat der wissenschaftlich belegten Erkenntnisse. Unter diesen Umständen sehr lesenswert
Religionskritik aus philosopischer Sicht 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Die Hauptthese der Abhandlung lautet, das Christentum sei eine nihilistische, die natürlichen Antriebe des Lebens schwächende oder sogar vernichtende Religion. Der »Umwerther« habe diesen Grundcharakter des Christentums aufzudecken, ihn auch in seinen modernen Verkleidungen als Sozialismus, Emanzipationsbewegungen usw. zu entlarven, und schließlich alles »Christliche« im weitesten Sinne zu bekämpfen. Die Analyse wird von der zentralen Einsicht des späten Nietzsche geleitet, daß Leben wesentlich »Wille zur Macht« sei, das heißt ein fortwährendes Über-sich-hinaus-Streben. Kriterium für Entlarvung und Kampf ist das siegreiche, aufsteigende Leben, in Nietzsches Sprache: Stärke und Wohlgeratenheit.
Auf das kurze Vorwort und eine Art Einleitung folgt eine erste Attacke gegen das Christentum und gegen die nach Nietzsches Meinung ganz im Banne der platonisch-christlichen Moral stehende Hauptlinie der abendländischen Philosophie. Beide seien wesentlich Projektionen einer zweiten, geistigen Welt aus dem Ressentiment der Schwachen, um die reale Welt zu denunzieren und die Starken an der Entfaltung zu hindern. In einem Einschub hebt Nietzsche den Buddhismus vom Christentum ab: auch er sei zwar eine nihilistische, aber keine Ressentiment-Religion. Die drei folgenden Abschnitte behandeln Phasen der Entwicklung des Christentums. Zunächst stellt Nietzsche, im Gegenzug zur Behauptung eines »arischen Christentums« durch zeitgenössische christliche Antisemiten, die enge Zusammengehörigkeit von Christentum und Judentum heraus. Das Judentum habe seit dem Exil mit der Verfälschung (»Entnatürlichung«) aller natürlichen Werte begonnen, das Christentum habe diese Tendenz radikalisiert, indem es auch noch die nationale Gemeinschaft ablehnte. Das nächste Stück gilt der vielbeachteten »Psychologie des Erlösers«, in der Nietzsche Typus und Lehre Jesu zu rekonstruieren sucht. Er stellt diesen dem historischen Buddha an die Seite, da beide sich seiner Meinung nach den Kämpfen und Leiden dieser Welt entzogen haben, um ganz in einer inneren Realität zu leben. Von der »Schuld«, Stifter des Christentums gewesen zu sein, spricht Nietzsche Jesus frei; wer ihm deswegen eine »geheime Sympathie« für Jesus unterstellt, läßt aber außer acht, daß dieser für ihn sogar eine fortgeschrittenere Stufe der décadence verkörperte. Zuletzt geht Nietzsche auf die eigentliche Entwicklung des Christentums ein, die mit Paulus begonnen habe. Das Fazit leitet er durch eine »Psychologie des >Glaubens<« ein, in der er diesen und überhaupt alle »Überzeugungen« auf bestimmte psychische Dispositionen zurückführt; nachprüfbare Gründe spielten für den »Gläubigen« keine Rolle und könnten sogar völlig fehlen. Der Siegeszug des Christentums habe die Europäer deswegen lange daran gehindert, die Realität dieser Welt wahrzunehmen. Nietzsche verurteilt das Christentum als »den Einen unsterblichen Schandfleck der Menschheit«, schlägt eine mit dem 30. 9. 1888 (Tag der Fertigstellung des Antichrist) beginnende neue Zeitrechnung vor und erläßt an diesem Tag sein aus sieben Sätzen bestehendes »Gesetz wider das Christenthum«. In einem Einschub kontrastiert er die Realitätsflucht des Christentums mit der Realitätsnähe der Kasten-Ordnung des »Gesetzbuchs des Manu«
Nietsche Der Antichrist 4 von 5.00 Punkten
Verfasser Ich wollte einfach einmal ein Buch von Nietsche lesen um etwas mehr über seine Person zu erfahren.Das Buch ist sehr anstrengend zu Lesen. Definitiv keine Unterhaltung vor dem Schlafen gehen. Doch finde ich viele Gedanken Nietsches zur Religion im Allgemeinen und Christentum im Besonderen sehr spannend. Obwohl der Mensch Nietsche in seiner Überheblichkeit nicht gerade nach meinem Geschmack ist würde ich es dennoch allen empfehlen die am Thema Interessen haben.
grenzenlose Polemik 4 von 5.00 Punkten
Verfasser Zunächst sei gesagt, dass Nietzsches Werk keine sachliche Abhandlung über das Christentum ist. Es gibt zwar einige gute Denkanstöße doch größten Teils findet man im Buch polemische Rundumattacken gegen die sog. Buchreligionen: Christentum, Judentum und Islam. Was den Wert des Buches allerdings nicht im geringsten schmälert. Noch nie habe ich mich bei einem philosophieschem Werk dermaßen amüsiert. Nietzsche hat es verstanden das Christentum bissig zu kritisieren. Das dieses Buch nicht ganz ernst gemeint sein kann, wird dem Leser spätestens an Nietzsches Einstellung zum Judentum klar. Zwar verurteilt er den Antisemitismus, bedient sich seiner Klischees aber ohne scham, wenn es darum geht das Judentum als Vorläufer des Christentums zu diskreditieren.
...und das Universum schweigt! 4 von 5.00 Punkten
Verfasser Nietzsche als Gefahr für die Kirche
Vollkommen verständlich ist es, dass die Kirche als "Große Institution der Seelentröstung" nur dann gedeihen kann, wenn es genug Grund zur Tröstung gibt. Das "Schäflein" muß schon den Fuß gebrochen haben oder vom bösen Wolf bedroht sein, um in die Arme des Schäfers flüchten zu wollen. Vollkommen verständlich ist es, dass die Kirche, als "Post-mortem-Strafen-in-Aussicht-stellende" Instanz, nur dann ernst genommen wird, wenn das "Schäflein" unbeleckt von der Welten Wissen, die Allmacht und Allwissenheit des "Schäfers", einem naiven Kindlein gleich ("...lasset die Kindlein zu mir kommen!"), unkritisch anerkennt und fürchtet.
Bedingungen dieser Art fand die Kirche im breiten, ungebildeten Volke über fast 2000 Jahre vor, bis die Menschen kürzlich in ihrer Masse aufhörten, derartig "Schäflein" zu sein und ob der Erkenntnisse moderner, empirisch arbeitender Wissenschaften und der medialen Verbreitung derselben "vom verbotenen Baume der Erkenntnis" in einem für die Kirche derart bedrohlichen Maße "aßen", dass sie in ihrer Masse zwar nicht aufhörten, Jesu Philosophie, plakativ dargelegt in seiner Bergpredigt, für wahr und unendlich weise zu befinden, jedoch "leider" aufhörten, der Kirche, insbesondere der römisch-katholischen, zu verzeihen, dass diese sich selbst absolut konträr dazu verhielt und verhält; Jesu Weisheit nicht adaptiert sondern sie nur postuliert und von allen verlangt, ohne sie selber vorzuleben. Weiterhin hält sie es bis heute nicht für nötig, ihre verstaubten, althergebrachten Ansichten durch neue, sich aufdrängende Erkenntnisse zu ergänzen, beharrt auf dem "Status Quo", macht von dieser Beharrung gar ihre ganze Existenz und, man staune, ihre Glaubwürdigkeit abhängig und beleidigt damit die Intelligenz der Menschen. Tatsachen, die Nietzsche früh erkannte... und bestimmt nicht nur er!
Nietzsche und die Existenz Gottes:
"...nach dem Tode Gottes...", sagt Nietzsche, und implementiert mit diesen wenigen Worten eine philosophische Aussage in die Köpfe und Herzen der Menschen, die der Kirche den Boden unter den Füßen wegzieht. Doch nicht er war der erste, der den Verdacht, der Abwesenheit Gottes als Überzeugung frech in den religiösen Äther stellte und umfassende Leserschaft fand, sondern schon der Philosophen-Vater Rene Descartes("Ich denke, also bin ich!"), der "seine" Philosophie auf Fakten (ähnlich der Mathematik!) basieren lassen wollte und a l l e s Nicht-Messbare, auch und vor allem die Existenz Gottes negierte.
Nietzsche verlangte, auf ähnliche Weise zur Wahrheit zu kommen! Für ihn liegt diese nicht in der mittelalterlichen Annahme der Existenz Gottes als Basis und Ursache allen Seins und es gab einen ungefähren Zeitgenossen, dessen Naturbetrachtungen ihn, höchstpopulär, wissenschaftlich zu bestätigen schienen: Charles Darwin!
Nietzsche, Jesus und die Zukunft der Menschheit:
Jesus wollte den Übermenschen im Sinne Nietzsches schon vor 2000 Jahren! Er benutzte "Seinen Vater im Himmel", als Vehikel um die Menschen mit "Zuckerbrot (Verheißungen) und Peitsche (Bestrafungen)", zum Reifen, zum Altruismus, zur Liebe und zur Güte zu erziehen, doch Appelle alleine reichten ihm nicht, denn so "funktioniert" der Mensch nun mal bis heute nicht (erst als es unter Strafe gestellt wurde, unangeschnallt Auto zu fahren, schnallten sich die Leute an!), und ähnliches wußte Jesus, und auch Paulus, der wohl den größten Anteil an der Verbreitung des Ur-Christentums hatte.
Es bleibt, neben der exzellenten schriftstellerischen Leistung Nietzsches, die Tatsache, dass man ihn, so wie er es voraussah, erst heute, in einer deutlich aufgeklärteren Welt, wirklich in der Masse zu verstehen beginnt. Nicht weil man es nicht früher gekonnt hätte; dafür liegt die Essenz seiner Aussage zu nah an der gottlosen, von allen, die die "Augen öffnen" akzeptierbaren Wahrheit des Darwinschen Weltbildes. Man hatte wohl noch eine geringere Skepsis in Glaubensfragen und ließ sich gerne und aus Tradition heraus von der "Heiligen Mutter Kirche" führen. Es ist ja auch bequemer, einen "Gott" zu haben, den man als Gesellschaft für alles "Schlechte" und "Gute" verantwortlich machen kann. Doch "nach dem Tode Gottes" muß sich der Mensch wohl an die eigene Nase fassen.
Das wahrhaft Göttliche liegt in uns selbst! Des Menschen Paradies ist inwendig zu finden... auch dies hatte Jesus seinerzeit schon klar gemacht und Nietzsche durch seinen "Übermenschen" unterstrichen. Die Spezies "Mensch" m u s s zum Über-Menschen reifen, sonst wird sie untergehen, wie alles untergeht, was sich nicht anpassen kann, und kein "Gott" wird uns retten oder um uns weinen, was im Kontext der Jahrmilliarden wahrscheinlich auch keiner Zähre wert wäre, und das Universum schweigt weiter!
Viel Gemecker, aber gut 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Wer Nietzsche versteht, der versteht auch dieses Buch. Die Einleitung macht hier deutlich, wer Nietzsches Wunschpuplikum ist. Zum Inhalt möchte ich daher nur so viel sagen: wer Nietzsches Philosophie verstehen möchte, kommt an diesem Buch natürlich nicht vorbei.
Die Buchausgabe an sich ist gut und stabil gebunden, die Schrift ist gut leserlich, allerdings wünsche ich mir, gerade bei den Philosophischen Schriften, eine kurze Einleitung vom Herausgeber. Auch wenn keine Veränderungen vorgenommen wurden wäre doch eine kleine Anmerkung dazu wünschenswert. Das jedoch ist etwas worauf nicht jeder Wert legt, von daher ist dieses Buch, gerade für den Preis, absolut zu empfehlen.
Erklärungen zu religiöser Tyrannei. 4 von 5.00 Punkten
Verfasser Die Abkehr vom Christentum wird von Nietzsche zwar begründet, jedoch wird
keine andere Alternative, außer, sehr vage, möglicherweise auf den Buddhismus, verwiesen.
Grundsätzlich müssen daraus resultierend alle Religionen in Frage gestellt werden, da diese alles versprechen, jedoch nichts halten.
Die Erlösung vom Bösen und von dannen wird keiner mehr kommen um zu Richten die Lebenden oder die Toten. 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Gott ist tot
und selbst das ist falsch
Denn wie kann etwas sterben was nie gelebt hat.
Was Nietzsche hier vor ca. 110 Jahren verfasste ist eine Analyse des Ursprungs allen übels des westlich christlichen Kulturkreises. Jedes Wort jeder Satz ist ein tödlicher Schlag mit dem Hammer Mjölnir . Ja soetwas kann nur von einem "Übermenschen" oder auch Boddhisatva verfasst worden sein. Das ist die sprachliche Urkraft der Befreiung unserer Fesseln von der Institution Kirche.Nirgendwo ausser in Deutschland sind Staat und Kirche immer noch so eng miteinander verbunden, denn nirgendwo auf der ganzen Welt treibt der Staat über die monatliche Abrechnung des Gehalts die Kirchensteuer ein. (abruptio absolvo)
Und danach sollte der geneigte Leser gleich mit Götzendämmerung von Ihm weiter machen.
MENSCHHEIT ERWACHE DENN NUR DU SELBST KANNST DICH VOM LEID BEFREIEN NIEMAND SELBST
Wer es gescheit liest entdeckt nur das Luther ein scheinheilger wahr der zwar in seiner priesterlichen Selbstsucht viel gutes erreicht hat; jetzt aber ist es Zeit das übriggebliebene Gute der westlichen christlichen Welt mit den Ansätzen der Veden, Upanishaden und den Lehren Buddhas adequat und konstruktiv zu reformieren zum Zwecke einer neuen menschlichen Spezies, die endlich wirklich von innen herraus begreift COGITO ERGO SUM ( Ich denke also bin ich )
Ob man sie nun als "Übermensch" titulieren sollte oder einfach nur als erwacht bleibt einfach einmal dahin gestellt.
Fehlen auf der jüngeren Seite die sprachlichen ARGUMENTE
schickt man die älteren in RENTE
Bei den jüngeren starken geht das meistens NIE
deshalb redet man Sie in die PSYCHATRIE
Wenn man lang genug darüber SPRICHT
Wird aus Mär ein reales GEDICHT
Mit dieser Ausgangsbasis DANN
holt man das Gefolge und den Mob und stürmt tatkräftig HERAN HERAN
Die schiere Unwissenheit gepaart mit Inzest und IGNORANZ
ist der Nährboden des Führervolks und seiner abartigen TOLERANZ
anstatt der Standarte noch vornweg die MONSTRANZ
Jetzt ist er gelegt der Nahrboden für denselben TANZ
Das nächste Wort bei Dir wäre wohl Euthanasie und T4
Wegsperren sag ich und zwar das TIER in DIR.
Umwertung aller Werte 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Es ist wahrhaft traurig, zu lesen, was bestimmte Quasi-Individuen sich über diesen Giganten der menschlichen Existenz zu schreiben und zu kommentieren. Wenn die Rede ist, dass Nietzsche "brachial", faschistoid oder krank sei, das lässt einem nicht einmal Tropfen der eigenen Körpersäfte um sich daraufhin zu erholen.
Nietzsche ist kein Leseabenteuer, dass aufgeschlagen wird und daraufhin weiß man 23 neue Antworten auf des Lebensbanausen mikrokosmischen Problemen. Kein Ideengeber, kein Führer, kein Angstmacher, Nietzsche ist unfassbar, für den, der ihn nicht zu fassen vermag, da verstehe ich die Bewertung einiger.
Aber mal zum Kern der Sache: Es ist ein Unding sich immer und immer wieder von Institutionen leiten zu lassen, die sich selbst diese Macht gaben, gleichzeitig das Volk nur zuschaute, aber es ist eine andere einen Genius der Sprache, der Poesie, des Lebens in Verruf zu bringen, einzig weil man ihn nicht versteht, ihn ungeschehen machen will, ihn nicht besiegen kann. Natürlich hat man sich als Mensch, der Nietzsche kritisiert, zwecks seiner Schriften, viele "Wahrheiten" zu eigen gemacht, die Mutter und Vater einem mitgaben, um eine Mitgabe zu haben, einzig und allein deswegen. Folge dem Christentum, folge der Demokratie, vor allem deren Führern, folge deinen Mitmenschen, deinen Nachbarn, und während du folgst bist du höher als alle Afrikaner, Asiaten, und sonstige Drittländer-Bewohner der Welt, einzig weil du Christ bist, dasselbe mit dem Moslem, mit dem Juden.
Einzig und allein, dass jemand Nietzsche liest, um einen Versuch der Entmachtung zu wagen, zeigt auf welch dünnem Eis jemand schlittert, der innerlich spürt wie vage seine Vermutungen sind, und jetzt versucht Prachten wie Nietzsche für dessen Nichts in Gnade verfallen zu lassen.
Nietzsche ist unantastbar, da können die negativen Rezensionen auch nicht helfen. Friedrich Wilhelm Nietzsches Erbe wurde schon genug durchgepeitscht von jeglicher Art von System, weil er mit keiner Art von System kompatibel ist. Wäre man ein wahrer Historiker, würde man darin allein schon seine Größe sehen, denn Jesus, Mohammed, sie alle wurden missbraucht für eine Ideologie, für die sie wahrhaft standen. Nietzsche konnte man nur diffamieren, dadurch hat man auch die gesellschaftliche Inakzeptanz geschaffen, die ihn heute fast als Mittäter der Nazis sehen, als Verleumder der Demokratien, und was man nicht alles mit seinem Ich anstellen wollte. Nichts ist gelungen, denn heute noch liest man seine Bücher und tut sich schwer zu verstehen, da können Schwächlinge, Missratene dagegen nie etwas ankommen lassen, das wird auch nie möglich sein.
Denn Nietzsche hat gegeben, Nietzsche hat kreiert, er hätte genauso ein Folger sein Können, um sich der Verfolgbarkeit zu entziehen, aber große Menschen lassen gern Berge von Kritik auf sich abprallen, Kritiker wollen deren Blut, niemals deren Untergang.
Es gibt große Theoretiker, es gibt große Philosophen, Psychologen, Zyniker, Kritiker, Systematiker, aber es gibt nur einen Friedrich Nietzsche, und wenn er der einzige Grund sein kann, warum das Alt-Deutsche von den Deutschen wieder geliebt werden sollte, dann soll es so sein. Nietzsche ist ein Bergwerk an Gedanken, man kann gar nicht genug in ihm graben, aber eines bleibt unmöglich kompatibel und wird es nie sein, vielleicht ist dies auch der Grund, warum man Nietzsche nie lieben wird:
Zu Nietzsche kann man nur Hausgebrachtes mitnehmen, alles was nicht hausgemacht ist, hat er schon längst verkocht und den Schwachen zum Fraß vorgeschoben.
In tiefster Verbeugung vor diesem Granit, an dem sich die zivilisierte Welt mit Bemühen ihre Zähne immer wieder einrenkt, um sie ausgerenkt wieder einrenken zu müssen.