Spectrum (MPS - Most Perfect Sound Edition)
Durchschnittliche Gesamt-Kundenmeinung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):
Gitarrenmeister aus Germany 4 von 5.00 Punkten
Verfasser Auch wenn ich aus einer ganz anderen Generation und Ecke komme als mein
Vorrezensent vermisse ich doch auch schmerzlich CD-Reissiues
der Scheiben von Volker Kriegel aus den Siebzigern. Schon Mitte der
Achtziger als ich über einen Kumpel auf Kriegels Musik stieß war es nicht
leicht an die LPs zu kommen. "Spectrum" und "Missing Link" ging noch,da
damals von den Jazzrezensenten hochgelobt und entsprechend auflagestärker
an die Klientel gebracht. Doch alles was danach kam,vor allem "Mild Maniac"
"Lift","Topical Harvest" und "Octember Variations" konnte ich erst nach
geduldigem Durchwühlen ganzer Berge von Gebraucht-LPs auf den damals
üblichen 2nd Hand Messen auftreiben. Und bis heute sind davon nur Ausschnitte
auf einer Mood-Compilation bei 2001 erschienen (die DoCD dürfte aber mittler-
weile auch schon wieder so gut wie vergriffen sein).
MPS hat da noch viele Schätze zu heben. Hoffenlich machen sie es bald.
Vielsaitiges Meisterwerk, das sogar an Mclaughlin heranreicht 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Dieses sehr frühe Werk von Volker Kriegel fasziniert zunächst einmal durch seine äußerst gewagte und dennoch jederzeit souveräne Stilvielfalt.
Dann, man bedenke es ist aus 1971!, fällt natürlich sofort auf, wieviele innovativen Risiken eingegangen wurden. Die pfeiferauchenden Jazzexis fanden das vermutlich unerhört unerhört damals. ;-)
Aber Volker war auf dem richtigen Dampfer und ließ sich vorallem nicht beirren! Auch keine typische Tugend unserer hiesigen Musikszene...
Das er dabei, meiner Meinung nach, in Sphären landete, die normalerweise nur John Mclaughlin für sich beansprucht, sollte die Qualität dieser Aufnahmen endgültig besiegeln. Und auch in dem Kontext bitte ich inständig die Zeitrechnung herbeizuzitieren - Er war eindeutig einer der Innovatoren des Jazz dieser Epoche!
Ich hoffe meine Rezension dient dazu, diese Tatsache einmal ins richtige Licht zu rücken. Und wie schon oben angedeutet: Die musikalische Qualität steht hier ohnehin außer Frage.
Grüße und viel Freude beim Entdecken!
Volker Kriegel in den frühen 1970ern 4 von 5.00 Punkten
Verfasser Volker Kriegel (1943 - 2003) war ein Gitarrist, der etlichen Jahrgängen viele schöne Musikstunden - von Schallplatte, von CD und/oder live - beschert hat.
Leider sind seine frühen Platten "With a little help from my friends" (1968) und "Inside: Missing Link" (1972) nur sehr schwer oder gar nicht erhältlich. Einen gewissen Trost bietet der Sampler "Masterpieces" des Dave Pike Sets (bei dem er von 1969 bis 1972 neben Pike die weitere Hauptstimme war) und die vorliegende CD, die - als Schallplatte - 1971 erschienen ist.
Neben Kriegel (Gitarren & Sitar) spielen mit John Taylor (Hohner Electra piano), Peter Trunk (Bass, E-Bass, Cello), Peter Baumeister (Schlagzeug, Perkussion) und Cees See (Perkussion). Es handelt sich mithin um eine hochkarätige Besetzung, die 1971 nicht viel Konkurrenz hatte.
Ohne Wehmut kann man diese Musik nicht hören, denn Kriegel, Trunk und See sind tot und Baumeister hat sich schon lange aus der Musik zurückgezogen.
Das Programm ist stilistisch sehr vielfältig. Das Eingangsstück "Zoom" ist leicht angerockt, im 8/8-Beat, mit Kreuzrhythmen des E-Basses. "More About D" dockt an der Bildungsmusik an. "Suspicious Child" ist zarter Folk-Rock mit einer liebenswert-zarten Melodik. "Instant Judgment" kokettiert etwas mit Free Jazz.
Das E-Piano stört durchgängig - jedenfalls mich -, auch wenn konzediert werden muss, dass John Taylor ein sehr guter Musiker ist. Sehr erfreulich ist die sehr gute rhythm section mit Trunk und Baumeister, die schon auf Kriegels Debüt "With a little help from my friends" zum Gelingen beigetragen haben. Cees Sees Rolle ist leider nicht ganz offensichtlich.
Und Kriegel selbst? Er spielt mal so, mal anders, d. h. er macht von fast allen Möglichkeiten Gebrauch, die Gitarren (Plural!) klanglich bieten. Das wird besonders deutlich in den Stücken, die per overdubbing eingespielt wurden, z. B. "Zoom" und "Ach Kina".
Der Zahn der Zeit hat schon etwas an dieser Musik genagt. Dennoch kann man sie mit Genuss hören. Wer sich speziell für Deutschen Jazz (oder Jazz in Deutschland) interessiert, muss sie selbstverständlich besitzen.
Volker Kriegel ist tot - es lebe Volker Kriegel ! 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Leider erbarmt sich die Plattenindustrie erst jetzt, meiner Meinung nach (zusammen mit der Doppel-LP "Inside: Missing Link") die beste Veröffentlichung von diesem sympatischen deutschen Ausnahmegitarristen zu veröffentlichen.
Eine Kaufempfehlung an jeden Kraut- Jazz- Freund ohne "wenn und aber".