Wagner, Richard - Der Fliegende Holländer (GA)

Durchschnittliche Gesamt-Kundenmeinung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 7 Bewertungen)


Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):

Voll Wagner      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Ich habe mich nach dem Durchlesen der Rezensionen entschlossen, mir diese DVD zu kaufen und ich bereue es auf gar keinen Fall. Die Musik ist wundervoll (obwohl an manchen Stellen vielleicht zu schnell), die Schauspielerdarstellungen perfekt. Ab und zu merkt man zwar, das die Stärke der Stimme mit dem Spielen nicht ganz passt, aber das stört nur, wenn man es unbedingt sucht, also kann man es nicht als Makel ansehen. Überdies wird es von der schönen Musik, den Kostümen und Szene reichlich wett gemacht!
Kurz und bündig - höchst empfehlenswert!

Ein Film, der unter die Haut geht!      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Hintergrund: Sie Rezension von Pelleas07. Vielleicht noch hinzuzufügen ist die Metaebene der Oper (Widerstreit zwischen satanischen und himmlischen Mächten), die sowohl vom Text, als auch musikalisch von der Ouvertüre bis zur Senta-Ballade zentral ist .

Zusammenfassung: Gesamteindruck 5/5, Inszenierung (Spielfilm) 4/5, Orchester 5/5, Chor 5/5, Donald McIntyre (Holländer) 5/5, Catarina Ligendza (Senta) 3/5, Bengt Rundgren (Daland) 5/5, Herrmann Winkler (Erik) 5/5, Ruth Hesse (Mary) 5/5, Harald Ek (Steuermann) 5/5.

Bemerkenswerte Details:
McIntyre: Schauspiel und Gesang absolute Spitzenbesetzung. Gnadenlos überzeugend die Darstellung der inneren verzweifelten Leere und Hoffnungslosigkeit mit der Gier nach Erlösung, die kein Gefühl der Liebe zulässt.

Ligendza: Darstellung der Entrückten und ihrer Mission Bewussten überzeugend. Gesang eher kühl und in den Höhen etwas dünn. Die Synchronisation im Film beschränkt sich auf Lippenbewegungen und ist eine Katastrophe.

Rundgren: Schauspielerisch und gesanglich mitten drin. Wie sonst könnte man Raffgier und Selbstgefälligkeit darstellen?

Winkler: Gesanglich und schauspielerisch herrlich schmalziges, egozentrische und verzweifeltes einfaches Gemüt als Gegenpol zum Holländer.

Inszenierung: Beeindruckend, naturalistisch ohne große Ansprüche auf Interpretation, dabei manchmal unlogisch. Leider schlecht mit dem Gesang synchronisiert.

Fazit: Ich habe mir die DVD bestimmt schon 10x angesehen und liebe sie.

schlechte Playback Aufnahme      3 von 5.00 Punkten       Verfasser
Die Inszenierung, die Kostüme und die Ausstattung sind wirklich sehr gelungen und passen hervorragend zur gruseligen Geschichte. Keine moderne, sondern eine historische Inszenierung.

Aber wirklich schlecht und störend ist die auffällige Singerei zum Playback. Einer Operninszenierung unwürdig. Hätte ich das vorher gewußt, hätte ich die DVD nicht gekauft. Darstellern dabei zuzusehen, wie sie (auch noch unsynchron) die Münder auf und zu machen, brauche ich nicht.

Stimmlich sind Hermann Winkler und Donald McIntyre überzeugend. Obwohl hier die zarten Farben manchmal fehlen. Catarina Ligendza (Senta) ist weder darstellerisch noch stimmlich überzeugend. Sie spielt mittelmäßig und fühlt nicht. Daher ist die berühmte Senta Ballade trotz stimmungsvoller Inszenierung fad. Der helle Stimmklang der Sopranistin stört ebenfalls. Insgesamt trotz guter Bild- Tonqualität und gutem Orchesterklang nur 3 Sterne.

spukiger Hör- und Sehgenuss!      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Habe mir diese dvd aufgrund der Beschreibung des ersten Rezensenten, Pelleas07, zum Geburtstag gewünscht und es nicht bereut! :) Eine wirklich schöne und gruselige Inszenierung, schlichte, aber passende Kostüme und ein schöneres Ende, als ich es vorher kannte. Nur zu empfehlen!

Helga aus Wien      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Rundum eine gelungene Sache!Bild- und Tonqulität stimmen auch - was will man mehr ? Alles andere wurde ja schon ausgiebig beschrieben !

"Sagenhaft"      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Spitze!
Warum nicht im Studio drehen, wenn es voll im Sinne des Erfinders ist ? Trotzdem lässt die künstlerische Qualität nichts zu wünschen übrig. Die allerbeste "Holländer" - Insenierung, die es giebt.

Schaurig-romantischer Holländer      5 von 5.00 Punkten       Verfasser
Es existiert also doch: das unheimliche Geisterschiff mit den blutroten Segeln - zumindest in der dieser DVD zugrunde liegenden Fassung. Während ein Großteil neuerer Aufführungen sich mit Andeutungen des Schiffes und/oder mit symbolischen Deutungen desselben (z. B. die sturmzerfetzten Segel als überdimensionale Vulva in Harry Kupfers Bayreuther Inszenierung aus dem Jahr 1978 - ebenfalls auf DVD erschienen) begnügt, wird es in dieser filmischen Umsetzung des "Holländer" von Vaclav Kaslik als durchaus spukhafte Erscheinung dargestellt, wenn es mit seinen leuchtend-roten Segeln plötzlich aus Nebelschwaden auftaucht. Die Aufnahmen dieser Produktion wurden im Studio gedreht, die Szenen mit den Schiffen in eigens präparierten Bassins. Die Szenen in den Innenräumen wie der Spinnstube ähneln noch am ehesten denen einer Bühnenaufführung, während man sich bei den Schiffsszenen schon beinahe an Filme wie "Moby Dick" u. ä. erinnert fühlen kann, insbesondere wenn ganze Wogen von Wasser auf die Decks klatschen.
Insgesamt fußt diese Verfilmung vor allem auf dem ursprünglichen Kern dieser in der Tradition der Schauerromantik stehenden Seemannssage, worauf auch die Einblendung des entsprechenden Textes von Heinrich Heine aus dessen "Memoiren des Herrn von Schnabelewopski" während der mit stimmungsvollen Bildern unterlegten Ouvertüre hinweist. Die milieugetreue Gestaltung der Schiffe, der Innenräume wie auch der Kostüme ergibt ein stimmiges Bild. Sieht man die Besatzung an Deck und in der Takelage die Segel setzen, bereitet es doch gleich eine umso größere Freude, den Chor der Seeleute zu hören ("Mit Gewitter und Sturm..."). Ebensolches gilt für die Lieder der Frauen beim Anblick der rotierenden Spinnräder mit der Wolle auf den Rocken und bei den Vorbereitungen zur Willkommensfeier für die heimgekehrten Gatten. Gerade in diesen Szenen wie auch in den Tanzszenen der Seeleute zu Beginn des dritten Aktes ("Steuermann, lass die Wacht...") gelangt der volkstümliche Charakter dieses Wagner'schen Frühwerkes besonders gut zur Geltung.
In der hier vorliegenden Aufnahme wird der "Fliegende Holländer" einfach als romantische Oper inszeniert, wie er ursprünglich mal gedacht war, als dramaturgische Umsetzung der dem Stoff zugrunde liegenden Sage mit Schauerelementen wie den hier drastisch gestalteten Auftritt der Mannschaft des Holländers als einen von Untoten. Kaslik greift in seiner Inszenierung auf die ursprüngliche, etwas kürzere Dresdner Fassung des "Fliegenden Holländer" zurück, in der die Erlösungsthematik - zumindest musikalisch - noch nicht so stark im Vordergrund steht, wie in den später neukomponierten Teilen der Ouvertüre und des Finales.

Die sängerischen wie auch darstellerischen Leistungen des Ensembles sind durchweg herausragend. Die schwedische Sopranistin Catarina Ligendza (*1937; eine renommierte Wagnerinterpretin) ist eine großartige, romantisch-träumerische Senta mit kraftvoller und zugleich doch immer klarer Stimmführung. Donald McIntyre, der Wotan des "Jahrhundert-Rings" von Boulez/Chéreau, überzeugt sowohl stimmlich wie auch seiner Erscheinung nach als dämonischer, unheimlicher Holländer. Auch Hermann Winkler als eindringlicher, selbstbewusster, keineswegs schwächlicher Erik und Bengt Rundgren als leutseliger und zugleich standesbewusster, auf seinen materiellen Vorteil bedachter Daland überzeugen mit überdurchschnittlichen Leistungen. Das Bayerische Staatsorchester unter der Leitung von Wolfgang Sawallisch bietet ebenfalls einen musikalisch mitreißenden "Holländer".

Fazit: Diese packende, kurzweilige Inszenierung des "Fliegenden Holländer", die sich wenn auch mit filmischen Mitteln strikt an Wagners Konzeption des Werkes orientiert, wird auch bei mehrmaligem Ansehen und Anhören ein Erlebnis bleiben.

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