Richard Wagner: Die Meistersinger von Nürnberg (Inszenierung Otto Schenk)
Durchschnittliche Gesamt-Kundenmeinung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 4 Bewertungen)
Kundenmeinungen (Wiedergabe von Amazon.de):
Ein Muß für jede Wagnervideothek 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Ein Muß für jede Wagnervideothek. Ich habe diese Inszenierung mit vielen verschiedenen Sängern über die Jahre unzähligemale in Wien gesehen. Auch die gegenständliche Aufführung 2 mal Anfang 2008. Jedesmal ein Erlebnis auf der Bühne. Wenn dann noch der Dirigent Thielemann heißt und die Sänger, allen voran Struckmann und Bohta, wie in dieser Aufzeichnung in bester Form sind bleibt kein Wunsch mehr offen. In der Festwiesenszene muß jedem Zuhörer bzw. Zuseher das Herz aufgehen, es ei denn er ist einer von den "Opernkennern", die das Werk auf der Bühne überhaupt nicht erkennen wollen und zum Verstehen das Programmheft mit den Erklärungen des Regiesseurs brauchen.
Falk Struckmann als Sachs ein Erlebnis 4 von 5.00 Punkten
Verfasser Erfreulich, dass diese Aufnahme noch in der guten alten Schenk-Inszenierung zu sehen ist, wer weiß wie lange die noch gespielt wird. Eine sehr solide Aufführung mit einigen hervorragenden Leistungen. Thielemann und das Wiener Staatsopernorchester sind allein eine Klasse für sich. Eröd, Botha, Schade und Struckmann entsprechen sowohl stimmlich als auch darstellerisch ausgezeichnet. Besonders beeindruckend Struckmann; habe schon lange nicht einen so großartigen Sachs gesehen und gehört. Ricarda Merbeth als Eva bleibt hinter der Klasse der vier Männer etwas zurück. Aufnahmetechnisch wäre zu bemängeln, dass die Abstimmung der Lautstärke zwischen Orchester und Sänger zu Ungunsten des Orchesters nicht gerade ideal erwischt wurde. Auch die Ausleuchtung der Szene ist manchmal nicht gut gelungen. Bei einem Mitschnitt ist das allerdings nachzusehen.
Lauter Meister 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Glücklicherweise wurde diese musikalisch außergewöhnlich schöne Aufführung der Wiener Staatsoper im Jänner 2008 aufgezeichnet. Wagners "Meistersinger" in der alten Otto-Schenk-Inszenierung von 1975 wurden unter der Leitung von Thielemann musikalisch neu einstudiert und geradezu triumphal zur Aufführung gebracht.
Bei fast allen Vorstellungen dieser Serie war Falk Struckmann gesundheitlich angeschlagen, was man in der Aufzeichnung aber kaum merkt: mit seiner mächtigen Stimme mit dem charakteristischen Timbre ist er ein prägnanter und sympathischer Hans Sachs. Wenn man vergessen und/oder akzeptieren kann, dass Johan Botha optisch kaum dem Ideal des jugendlichen Junkers und Liebhabers entspricht, kann man sich an seiner nahezu optimalen Interpretation des Stolzing erfreuen: eine helle, heldische Tenorstimme mit Durchschlagskraft und Durchhaltevermögen. Michael Schade, dem Lehrbuben David staturmäßig längst entwachsen, hat sich für Thielemann nochmals in sein zu enges Wams hineingepresst und präsentiert eine mustergültige Rollengestaltung. Ricarda Merbeth (Eva), Adrian Eröd (Beckmesser), Ain Anger (als jugendlichen Pogner) sowie allen anderen Sänger(inne)n aus dem Ensemble sei ein pauschales Lob ausgesprochen.
Zusammengehalten wird das Ganze durch Christian Thielemann, der die Klangschönheit der meisterlichen Partitur präsentiert, dabei immer durchhörbar hält und sich mit all seiner Gestaltungskraft dem Werk dennoch unterordnet.
Das tat auch Otto Schenk einst mit seiner Regie, aber schon 1975 war die Inszenierung mit all ihrer naturalistischen Menschendarstellung nicht unumstritten. Heute wirkt sie wie ein nostalgischer Bilderbogen aus dem mittelalterlichen Deutschland, unterstützt von den hübsch ausgeleuchteten Räumen Jürgen Roses. Man hat Otto Schenk immer wieder das "Menscheln" und das Fehlen jeglicher politischer und/oder gesellschaftskritischer Konnotationen vorgeworfen, aber in einem Werk wie die "Meistersinger", das voll ist von Humor und milder Weisheit, scheint mir ein solcher Inszenierungsstil nicht bloß bebildernd-harmlos, sondern durchaus am richtigen Platz. Hier äußert sich die Liebe zum Menschen und zur Musik nicht nur im Werk, sondern auch in der Regie.
Zwei DVDs, gute Tonqualität, Untertitel in drei Sprachen. Absolute Empfehlung!
Dirigentenoper 5 von 5.00 Punkten
Verfasser Bisher konnte ich nur die Vorschau ansehen und hören, jedoch reicht dies vollkommen aus um zu erkennen(hören), daß Thielemann zurecht der führende Wagnerdirigent ist. Das eigentliche Wunder geschieht, wie bei vielen Opern, bei Wagner halt immer im Orchestergraben und in den Kehlen der Sänger. Wer erinnert sich schon in 100 Jahren an eine Inszenierung, die Musik lebt ewig. Was Thielemann vor Allem auszeichnet ist eine große Suggestivkraft, die auch im kleinsten Detail noch erkennbar ist. Farbe, Tempo und ein Wissen um die "wichtigen Noten" sind gerade bei einer polyphonen Komposition wie der Meistersinger überaus wichtig, hier läßt sich nach drei Minuten hören, daß dies in Vollendung geschehen ist.