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Blumen auf Granit: Eine Irr- und Lehrfahrt durch die deutsche Psychoanalyse - Dörte von DrigalskiBlumen auf Granit: Eine Irr- und Lehrfahrt durch die deutsche Psychoanalyse
Dörte von Drigalski

Taschenbuch, August 2003
     Verkaufsrang: 300771      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 16,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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"Dörte von Drigalski hat ein Buch über ihre eigene Lehranalyse geschrieben - fünfeinhalb Jahre der Auseinandersetzung mit den hierarchischen und patriarchalisch orientierten Strukturen des psychoanalytischen Lehrgebäudes und seiner Verwalter. Direkt und schonungslos, auch sich selbst gegenüber, beschreibt sie ihre Zweifel, ihre Demütigung, ihr Aufbegehren, ihre Bewusstseinsentwicklung, schließlich ihre Erkenntnis über die grundlegenden Gefahren der Psychoanalyse und die von ihr gesetzten und möglicherweise lebenslang wirkenden psychischen Schäden. Was Dörte von Drigalski beschreibt, ist die emotionale Tyrannei, die in der Psychoanalyse einsetzt, wenn sich Analysierte wünschen, ihren eigenen Weg zu gehen, die Dinge auf ihre Weise zu sehen, und wenn sie die leeren Phrasen und die routinierten, formelartigen Interpretationen der Durchschnittsanalytiker nicht länger akzeptieren." (Jeffrey M. Masson

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Das wohl wichtigste deutsche Buch zum Tabuthema, wie sehr Psychotherapie zerstört als das sie Nutzen bringt      5 von 5 Punkten
Man wird zu Anfang des Buches ohne Einstieg, Einleitung oder Erklärung sofort mit den selbstreflektierenden Gedanken und Ansichten der Autorin konfrontiert. Es sind ihre subjektiven Wahrnehmungen und Gefühle, mit denen sie tagebuchartig ihre Gedanken während einer Psychoanalyse darlegt. Man erfährt kaum etwas über Lebens-Hintergründe oder tiefere Motivationen, warum sie den Berufsweg Psychotherapeut eingeschlagen hat. Zudem gibt es keine Gliederung, keine Abschnitte oder Kapitel, nur irgendwann einmal ein schmuckloses "Danach".
Nein, zu Anfang liest sich das Buch nur sehr mühsam und langweilt fast. Erst gegen Mitte des Buches, als die Autorin ihre Therapie beendet hat und beginnt, Nachbetrachtungen anzustellen, wird es interessanter, und das letzte Drittel entschädigen mehr als genug für den eher öden Anfangsteil.
Dörte von Drigalski ist eine intelligente, aufgeschlossene, vielseitig interessierte, lebenslustige junge Frau, die in der Psychoanalyse und mittels tiefenpsychologischer Innenschau eine Möglichkeit sieht, ihr Leben zu bereichern. Sie hat vor, diesen Berufsweg einzuschlagen und begibt sich hoffnungsvoll und zuversichtlich in eine Lehranalyse, glaubt, dort verschüttete, interessante und erhellende Dinge über sich selbst zu erfahren.
Erst mit der Zeit, nach Jahren auf der Couch, erkennt sie, dass die stumpfsinnigen und subjektiven Kommentare, Bewertungen und Analysen des Therapeuten, zunächst von ihr noch ohne große Gegenwehr hingenommen, ein permanentes Selbstzweifeln in ihr heranzüchten. Sie stellt immer mehr ihr Leben, ihre Ansichten, ihre Empfindungen in Frage, wird depressiver und zieht sich sukzessive aus der sozialen Welt zurück. Ihr Selbstbewusstsein schwindet kontinuierlich, eines Tages sieht sie sich sogar mit eigenen Selbstmordgedanken konfrontiert. Nur der nie ganz abgerissene Kontakt zu Menschen außerhalb der Therapie-Szene, die sie wie eine REALE Person mit Stärken und Schwächen behandeln, rettet sie quasi, und sie entwickelt allmählich wieder Halt in sich selbst.
Die Schwäche des Buches (die anfänglich fehlende Gradlinigkeit und Unstrukturiertheit) ist gleichsam auch seine Stärke. Was sich anfangs so uninteressant und leblos liest, ist ein Spiegelbild der Verwirrnis und der Selbstzweifel, in die die Autorin durch die Psychoanalyse getrieben worden ist. Drigalski glaubt zunächst etwas naiv an die Heilsbotschaften der Psychotherapie, ähnlich wie ein Kind noch an den Weihnachtsmann glaubt. Sie ist in der Psychoanalyse von Anfang an in die Defensive gedrängt, versucht den offenen und subtilen Abwertungen, Erniedrigungen und Ausgrenzungen rein intellektuell entgegenzuwirken. Sie verteidigt, quasi am Boden liegend ihre eigene Haltung zu Vernunft, Gerechtigkeit und gegen den menschenverachtenden Bürokratismus der psychotherapeutischen Welt. Mal glaubt sie wirklich, alle Probleme lägen nur in ihr selbst verborgen, dann wieder, sozusagen aus dem Meer des Selbstzweifelns auftauchend, ringt sie um das Recht, sich selbst wertschätzen zu dürfen und sich als normal wie jeder andere erleben zu dürfen.
Mit dem immer größer werdenden Abstand zur Psychoanalyse, also in der Nachbetrachtung nehmen ihre Selbstzweifel ab, ihre Sprache wird direkter, klarer, ausdrucksstärker, selbstbewusster. Zuerst zweifelte sie die Psychoanalyse nur an, später weiß sie, dass die psychotherapeutische Welt eine lebensverachtende, sinnentleerte und von der sozialen Realität abgekehrte Welt ist, eine Welt des Blendens und des Heuchelns.
Die Autorin hat eine starke Persönlichkeit und ein gutes soziales Umfeld, was ihren endgültigen ,Absturz' verhinderte. Doch sie beschreibt auch unmissverständlich, dass die regriede Gehirnwäsche und die Konditionierungsversuche der Psychoanalyse am Ende unauslöschliche negative Spuren in ihrer Persönlichkeit hinterlassen hat; Wunden, Verunsicherungen, unwiederbringbare Verluste des Vertrauens in andere Menschen und der Geborgenheit in sich Selbst.
Die Erniedrigungen und Abwertungen, die Zerstörung des Selbstwertgefühls im Klienten innerhalb einer Psychotherapie ist Realität. Drigalski. macht auf diese tabuisierte Tatsache in ihrem Buch immer wieder aufmerksam. Sie hat vielerlei Kontakte in der Szene, Bekannte und Freunde. Und überall erfährt sie gleiche und ähnliche Geschichten, wohingegen ihre eigenen negativen Erfahrungen noch eher harmlos anmuten. Doch Drigalski berichtet auch von der Verdrängung und dem Schweigen, dem sie begegnet, wenn sie auf das Unrechtmäßige der Psychoanalyse aufmerksam macht. Die Kollegen ziehen sich zurück, bauen Mauern auf, reden von Projektionen oder Übertragungen, und blockieren jegliche Diskussion bereits im Ansatz.
Man kommt nach dem Lesen des Buches nicht umhin, in der Psychotherapie-Szene starke sektenähnliche Strukturen auszumachen. Diese verknöcherte, fundamentalistische und nur dem eigenen Standesdünkel verpflichtete Welt scheint sich als eine Art Relikt aus dem Mittelalter in unsere heutige moderne und fortschrittliche Zeit hinübergerettet zu haben. Wie Feudalherrn bestimmen Therapeuten/Psychologen über Recht oder Unrecht, über Realität oder Projektion/Dissoziation, über seelische Gesundheit oder Krankheit. Nirgendwo sonst werden dabei ,rechtmäßig' die demokratischen Grund- und Selbstbestimmungsrechte und auch die Menschenwürde eines Menschen so sehr eingeschränkt und beschädigt wie innerhalb einer psychotherapeutischen Behandlung.
Wer sich dem streng hierarchischen Gedankenmodell (der Psychotherapeut darf über die WERTIGKEIT des Klienten uneingeschränkt bestimmen) verweigert, dem wird zudem seine Zurechnungsfähigkeit und Normalität aberkannt (durch Unterschieben konstruierter geistig-seelischer Krankheitsbilder)
Drigalski. wirft einen Blick hinter die Kulissen dieser absurden, aberwitzigen und vom realen Leben abgewandten Welt. Und zwar aus beiden Perspektiven, als Klientin und als Therapeutin. Sie beleuchtet den Wahnsinn dieser sektenhaften Welt, von der jede Kritik, ein noch so begründetes und berechtigtes In-Frage-stellen abprallt wie Strohhalme von einer Betonplatte. Die Autorin listet die Reaktionsmuster der Leugnens, Verdrängens, Schweigens und die Mechanismen der Denunziation innerhalb dieser sektenähnlichen Strukturen in detaillierter Kleinstarbeit auf.
Drigalskis Weg ist gleichsam auch der Weg der Befreiung, der mühsamen jahrelangen Ent-Konditionierung von dieser Gehirnwäsche, die sie an den Rand der Lebensuntüchtigkeit geführt hat. Nach Veröffentlichung des Buches schlägt ihr ein eiskalter und skrupelloser Wind aus der Szene entgegen. Wurde sie während ihrer aktiven Zeit von Kollegen und ihren eigenen Klienten noch akzeptiert und geschätzt, beginnt jetzt für sie ein regelrechtes Spießrutenlaufen. An dieser HEXENJAGD beteiligen sich quasi alle ihrer ehemaligen Kollegen und "Freunde". Die "Sekte" verweigert jegliche Kommentare und Stellungnahmen zu ihrer Kritik, ihre ehemaligen Therapeuten schweigen, keinem ihrer Vorwürfe wird begegnet. Stattdessen wird sie ohne viel Federlesens als geisteskrank und persönlichkeitsgestört hingestellt, man unterstellt ihr eine ganze Palette von seelischen Störungen (bis hin zu borderline).
Wer selbst einen tiefergehenden Blick in die "Therapie-Szene" geworfen hat, wird die Aussagen des Buches mehr als bestätigt bekommen. Die Angst vor Repressalien und Ausgrenzung lähmt allerdings diejenigen, die ,Opfer' dieser Sekte geworden sind, und erstickt jegliche Bereitschaft zur Gegenwehr bereits im Ansatz. Das ganze erinnert an mafiöse Strukturen. Man schweigt, um Bestrafungen oder anderen negativen Konsequenzen zu entgehen.
Sexueller Missbrauch durch Therapeuten ist lt. Offiziellen Statistiken eklatant hoch. Auch die Liste der Selbstmorde von Klienten, die in unmittelbarerem Zusammenhang zur Psychotherapeutischen Behandlung stehen, ist unfassbar lang. Dieses Faktum wurde bereits zu Freuds Zeiten einfach unter den Tisch gekehrt. Kompromisslose Bücher und ungeschminkte Abhandlungen zu dem Thema wie die von Drigalski oder auch Jeffrey M. Masson sind da die absolute Ausnahme. Es hat den Anschein, als ob die vielen Selbstmorde, die ruinierten Existenzen, die in ihrem Selbstwertgefühl und Selbstverständnis massiv geschädigten Menschen quasi als Kriegsopfer geführt und in Kauf genommen werden. Es ist ein Krieg gegen den Individualismus, gegen das Menschliche an sich.
Es deutet vieles darauf hin, dass Psychotherapie mit ihrer frei konstruierten Definition von geistiger Normalität genau die Krankheiten und Symptome hervorruft und bewirkt, für deren Heilung sie dann auch gleichsam die Legitimation in Anspruch zu nehmen gedenkt. Obwohl in der demokratischen freiheitlich-individualistischen Welt so etwas wie Normalität überhaupt nicht existiert (genauso wenig wie in der Natur), versucht die mittelalterlich-reaktionäre Welt der Psychotherapie willkürlich, angebliche Grenzen zwischen normal und unnormal, zwischen geistig gesund und krank zu konstruieren. Und jeder Therapeut nimmt wie Gott das Recht für sich in Anspruch, die Grenze zwischen normal und unnormal festlegen zu dürfen. Die Psychotherapie erschafft sich ihre eigene Existenzberechtigung, indem sie bei jeglicher Abweichung von einer erfundenen und selbst geschaffenen Norm Krankheitsbilder konstruierte. So erschuf sie eine Teufelsspirale. Denn die natürliche und normale Abwehrreaktion gegen diesen Normen-Katalog wird dem Klienten wiederum als Krankheitsmuster ausgelegt werden. Ein Spiel, das dem Psychotherapiemarkt ein nie endendes lukratives Milliardengeschäft sichert...
Der Normenkatalog (die Definition von Normalität), den die Psychotherapie aufstellt und auch vertritt, lässt sich vereinfachend mit den Werten Unterwürfigkeit und Gehorsam umschreiben. Wer kein angepasster Duckmäuser ist und einen eigenen Willen hat, wird kurzerhand für psychisch krank erklärt.
Drigalski stellt die Legitimation von Psychotherapie grundsätzlich in Frage. Masson, der das Vorwort zur englischsprachigen Ausgabe des Buches schrieb, plädiert sogar für eine ersatzlose Abschaffung der Psychotherapie.
Das künstliche Zusammenführen von 2 Menschen, in der der eine seine seelische Intimsphäre offenbart und sich "schutzlos" ausliefert, während der andere sich hinter einer Fassade von angeblicher Kompetenz, Reife und Überlegenheit VERSTECKEN darf, läuft der menschlichen Natur zutiefst zuwider und ist nichts anderes als eine Perversion. Dieses unnatürliche, abnormale und künstlich hergestellte Zusammenspiel beschwört unweigerlich Konflikte und belastende Situationen herauf, mit denen der Klient sowie auch der Therapeut heillos überfordert ist. Durch das UNSOZIALE Machtgefälle innerhalb des Therapiezimmers wird sich der Therapeut wegen dieser Überforderung fast immer in eine Art gottähnlichen Größenwahn flüchten, in dem er alle die durch diese gezwungene unnatürliche Situation heraufbeschworenen Konflikte und Probleme auf den Klienten abwälzt, der daraufhin Gefahr läuft, an dieser Last (Schuld) zu zerbrechen. Im Lauf der Zeit schuf sich die Psychotherapie eine eigene Sub-Kultur. Sie begann, die aus dieser Perversion heraufbeschworenen destruktiven Verhaltensmuster beim Klienten haarfein als allgemeingültige Krankheitsmuster zu katalogisieren. Tausende von Büchern und Abhandlungen über angebliche psychische Störungen wurden geschrieben. Störungsmuster, die allerdings zu einem nicht unbeträchtlichen Teil durch das streng hierarchische Therapeuten-Klienten-Verhältnis entstehen (ähnlich einem eingesperrten Raubtier in einem zu engen Käfig), aber letztendlich auch ein Spiegelbild kaputter fundamentalistischer Strukturen innerhalb unserer Gesellschaft sind.
Solange die Kaste der Therapeuten die Themen Übertragung, Projektion, Dissoziation, Verdrängung usw. als Instrument missbraucht, um den Klienten unrechtmäßig ihres natürlichen Selbstbestimmungsrechts zu berauben und diese Themen nicht auch bei sich selbst sucht, bleiben die Psycho-Analysen der Therapeuten und Psychologen unseriös, unrechtmäßig und Ausdruck einer Perversion. Wer sich einer Beurteilung und Kontrolle von außen so rigoros entzieht, wie es die Psychotherapie tut, wird solche Themen zwangsläufig für das Feindbild- und Sündenbockprinzip zu Lasten des Klienten missbrauchen. Repression und die fundamentale Abwertung des Klienten laufen subtil ab und werden durch die Therapeuten mit dem dauernden Verweis auf die Wissenschaftlichkeit der Psychotherapiemethodik vermeintlich legitimiert.
Das Bewertungssystem für psychische Krankheiten und seelische Störungen ist nicht BEWEISBAR, demzufolge auch von niemandem zu verstehen und damit auch nicht widerlegbar.
Nach Lesen dieses Buches bekommt man erhebliche Zweifel daran, ob Psychotherapie überhaupt etwas Seriöses ist, ob die eklatante Hierarchie zwischen Therapeut und Patient nicht grundsätzlich bereits krankheitsfördernd auf die Seele wirkt. Man fragt sich, ob die autoritäre Grundstruktur innerhalb einer psychotherapeutischen Behandlung nicht schon ein Großteil der Symptome hervorruft, von der die Psychotherapie dann vorgibt, sie heilen zu können. Für mich ergeben sich mindestens drei Gründe, warum Psychotherapie illegitim und unseriös ist:
Erstens verletzt sie grundlegend die Intimsphäre des Klienten und damit das Grundrecht auf Unantastbarkeit der Person. Die oft zitierte stimmende Chemie zwischen Therapeut und Klient bedeutet noch lange nicht, dass der Therapeut dem offenbarten Innenleben des Klienten (seinen Schwächen und Gefühlen) wohlwollend gegenübersteht. Einem anderen Menschen öffnen sollte man sich nur, wenn der andere freundschaftliche Gefühle für einen hegt und Augenhöhe vorliegt. Freundschaft sowie Augenhöhe lässt sich aber nun mal für Geld nicht erkaufen. Der VERRAT an der Seele des Klienten ist damit vorprogrammiert, und für die schwerwiegenden Folgen dieses Verrates will niemand zur Verantwortung gezogen werden, vor allem nicht die Psychotherapie-Szene selbst. Zweitens ist die Grundvoraussetzung, Therapeuten könnten abstinent und neutral in einer therapeutischen Beziehung agieren, eine fundamentale und grundegende Lüge, die dem hilfesuchenden Klienten massiv Sand in die Augen streut über das was in einer Psychotherapie wirklich abläuft. Die Behauptung, Menschen könnten innerhalb einer Beziehung Neutralität und Abstinenz wahren, ist reines Wunschdenken und steht gras im Widerspruch zur menschlichen Natur. Die Vorgabe, Therapeuten dürfen keine egoistischen Ziele verfolgen und unbewussten Wünschen nachgehen, ist nicht einmal ansatzweise zu erfüllen. Ein Blick in die unzähligen öffentlich gemachten Therapieabläufe lässt vermuten, dass Therapeuten vornehmlich eigene narzisstische, emotionale und egozentrische Bedürfnisse (Erfolg um jeden Preis) befriedigen, und dass der Klient durch die klare Machtverteilung nicht die geringste Chance hat, sich gegen diese Benutzung und Ausbeutung zu wehren oder sich dessen überhaupt bewusst zu werden. Drittens kehrt Psychotherapie eine der grundlegendsten und fundamentalsten Wesenszüge des Menschen vollkommen unter den Teppich, nämlich den Wunsch nach Entwicklung, Veränderung und Erfolg. Zwischen Therapeut und Klient wird auf dieser Ebene immer auch eine Konkurrenzsituation entstehen, die von keinem der beiden Beteiligten einfach ausgeblendet werden kann. So wird, falls sich der Klient dem Therapeuten nicht bedingungslos unterordnet, zwangsläufig ein subtiles Machtspiel zwischen beiden beginnen. Der Therapeut wird den ,Machtanspruch' des Klienten mit allen Mitteln zu unterbinden suchen, z.B. indem er diesen Machtanspruch als Abwehrhaltung bezeichnen wird. Ein Grossteil der in der Psychologie gewonnen "Forschungsergebnisse" sind im Grunde nur immer bessere, subtilere und effektivere Methoden, um beim Machtkampf gegen den Klienten weiterhin die Oberhand behalten zu können.
Der Psychotherapeut wird seinen eigenen Mangel an sozialen und beziehungsorientierten Lebenserfahrungen und seine Entwicklungsdefizite damit auszugleichen und zu kaschieren suchen, indem er dem erweiterten Erfahrungshorizont des Klienten seine eigene Kontroll- und Herrschsucht entgegenstellen wird. Er wird subtil Gehorsam vom Klienten einfordern. Befinden sich beide auf einer ähnlichen Reifestufe, wird der Therapeut alles tun, um den Klienten nicht an sich ,vorbeiziehen' zu lassen und Entwicklungen im Klienten unbewusst zu verhindern suchen. In der Praxis sieht es so aus, dass Therapeuten ihre Klienten dazu anhalten, sich mit Fassaden des Glücks, der Weiter-Entwicklung und der Heilung zu identifizieren. Das bringt dem Therapeuten folgenden Nutzen; der Klient überholt ihn nicht, und er erschafft sich die Illusion, eine Leistung erbracht zu haben (Gesundung des Klienten) Der Klient wird dazu verführt, sich die FASSADE eines Geheilten überzustülpen, was ihm ein besseres Image beschert und ihn dadurch in einer Ellenbogengesellschaft hierarchisch aufsteigen lässt. Die Inneren Zerstörungen im Klienten, neue gravierende Traumata, die aus der Therapie-Beziehung entstanden sind, darf und wird der Klient in der Regel nicht wahrnehmen oder wahrhaben wollen.
Dörte von Drigalski, die eine ausgesprochen freidenkende Persönlichkeit hat, hat sich letztendlich doch noch erfolgreich gegen das Überstülpen dieser Fassade gewehrt. Sie musste massive Demütigungen, Erniedrigungen und Ausgrenzungen in Kauf nehmen, an denen sie fast zerbrochen wäre. Doch sie hat es geschafft. Das Buch dokumentiert ihren Leidensweg und ihre mühsame und langwierige Befreiung von der Tyrannei der Psychotherapie. Am Ende schreibt sie "Sie ist fertig mit der Psychoanalyse". Und das ist auch gut so.


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Gebundene Ausgabe, 2001
     Verkaufsrang: 59290      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 14,90 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Diese Ausgabe beschreibt die Einsatzfahrzeuge auf den Fahrgestellen Granit, Garant und Robur LO aus dem Phänomenwerk bzw. dem VEB Robur Werke Zittau, die bei den Feuerwehren der DDR im Einsatz standen. Von den ersten Nachkriegsaufbauten über die Aufbauten auf Granit 27, Granit 30 K und Garant 30 K bis zu den Robur LO-Baureihen 1800 A, 1801 A und 2002 A werden alle genormten Feuerwehrfahrzeuge ausführlich vorgestellt. Ergänzend dazu zeigt das Buch eine Vielzahl von Um- und Eigenbaufahrzeugen dieser Baureihen, die für den Brandschutz hergerichtet wurden.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Feuerwehr- und Technik-Geschichte vom Feinsten      5 von 5 Punkten
Einfach Spitze - umfangreiche Abhandlung mit ausgezeichneten Fotos(Großteil in Farbe!), technischen Details, Maßskizzen (1:87), Bestückungslisten ... Auch Entwicklungsrichtungen sowie Sonderbauformen sind enthalten. Ein "Muss" für jeden Feuerwehr- und Fahrzeugtechnik-Interessierten!
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Zu: Adalbert Stifters "Granit": Analyse und Interpretation - Julia Ramirez PerezZu: Adalbert Stifters "Granit": Analyse und Interpretation
Julia Ramirez Perez

Broschiert, Juli 2008
     Verkaufsrang: 1561028      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 9,99 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Badile: Kathedrale aus Granit - Marco VolkenBadile: Kathedrale aus Granit
Marco Volken

Gebundene Ausgabe, April 2006
     Verkaufsrang: 774025      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 39,80 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Marco Volken, geboren 1965, ist freier Fotograf und Autor. Er hat zahlreiche Bücher über alpine Themen (mit)veröffentlicht, darunter Bildbände, Sachbücher, Wander-, Hütten-, Kletter- und Skitourenführer. Als Fotograf arbeitet er zudem für zahlreiche Zeitschriften, für Werbung und Industrie. Er lebt in Zürich.



Giganten aus Granit - Bergell und Valmasino - Guido LisignoliGiganten aus Granit - Bergell und Valmasino
Guido Lisignoli

Gebundene Ausgabe, Dezember 2003
     Verkaufsrang: 1115696      Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden

Preis: € 59,50 (versandkostenfrei nach D, CH und A, Versandbedingungen s.o.)
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Luca Merisio, einer der bekanntesten Fotografen des Alpenraums, und der Bergführer Guido Lisignoli, der in dieser faszinierenden Bergwelt aufgewachsen ist, wollen dem Leser ihre Eindrücke und Einsichten aus der Welt der Granitriesen nahebringen. Worte und Bilder begleiten den Leser zu den Gipfeln und führen ihn zu den Menschen, die mit ihren Bergtouren unvergessliche Seiten der Geschichte des Alpinismus geschrieben haben. Sie erzählen von der Sch"nheit der Berge, von menschlichen Werten, von der Faszination der Formen und Farben. Die Gipfel, die sich zwischen dem italienischen Val Masino und dem Bergell erheben und zum Grossteil auf Schweizer Boden liegen, bilden die sogenannte Masino-Bregaglia-Gruppe, eine grossartige Granitinsel aus zackigen Gratketten und schlank geformten Felsnadeln. Der Badile, der Cengalo, die Sciora-Gruppe, die Gipfel des Val Torrone, bis hin zu den schwindelerregenden Wänden des Val Masino sind Besuchern von überallher ein Begriff. Nicht nur Bergsteiger sind ihre Bewunderer, sondern auch Touristen, die vom Talboden aus ihre Blicke nach oben gleiten lassen. Vom Zauber des Granits werden alle erfasst, man denke nur an das atemberaubende Panorama, das man vom malerischen D"rfchen Soglio, dem Kleinod des Bergells, bewundern kann, oder an die überwältigenden Granitwände des Val di Mello die fast senkrecht aus den Wiesen des Tales aufsteigen.



Granit - Adalbert StifterGranit
Adalbert Stifter

Broschiert, 1986
     Verkaufsrang: 140648     

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Ein einfacher Pechbrenner zieht mit seiner Familie in eine Waldgegend, um der Pest zu entgehen.
Es ist ein lohnendes Unterfangen, die beiden Fassungen dieser vielleicht eindrucksvollsten Erzählung Adalbert Stifters zu vergleichen: Die ungeschliffene, von vielen bevorzugte Urfassung Die Pechbrenner aus dem Jahr 1849 steht der 1853 in den Bunten Steinen erstveröffentlichten Studienfassung Granit gegenüber, in der sich Stifter einem klassischen Ideal nähert. Nach der Lektüre dieses Buches wird man mehr wissen von den beiden Seelen, die in Stifters Brust wohnten.


Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 5.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 1 Bewertung)

Eine schöne Trostgeschichte      5 von 5 Punkten
Der Ich-Erzähler erzählt von sich als kleinem Jungen, wie er vor seinem Elternhaus in Böhmen auf dem uralten Granitfelsen vor dem Haus saß, wie ein Pechbrenner vorbeikam und ihm aus Schalkheit anbot, seine nackten Füße mit seiner Ware, Wagenschmiere, zu bestreichen. Der Kleine konnte dem nicht widerstehen, tappte mit seinen Füßchen in das feiertäglich gereinigte Haus und wurde von der Mutter so rücksichtslos gezüchtigt, dass er geradezu unter Schock stand. In dieser Not trifft ihn der gutmütige Großvater, der ihn reinigt und mit auf einen langen Spaziergang durch die heimatliche Landschaft nimmt. Über viele Seiten geht es zunächst nur um den weiten Raum, die Orte, Hügel und Sehenswürdigkeiten werden benannt. Der Großvater erzählt dann, wie in Vorzeiten die Pest in dieser Gegend wütete, wie ein Pechbrenner mit seiner Familie versuchte, vor ihr in die äußersten Waldeshöhen auszuweichen, wie aber alle bis auf sein Söhnchen elend umkamen. Dieser Junge schlägt sich zunächst alleine durch, findet dann ein kleines Mädchen, das von der Pest befallen ist,und nun beginnt ihr Kampf ums Überleben. Die Geschichte endet wie im Märchen, also gut.
Was Stifter hier geleistet hat: Ein objektiv kleines Malheur korrespondiert mit einer Katastrophe im großen Maßstab. Wie das große Weltganze wieder zu seiner Ordnung zurückgefunden hat, wird auch das persönlich kleine Unglück in den gewaltigen Räumen und geschichtlichen Zeiten aufgehoben und beruhigt. Und das Ganze in einer ruhigen, poetisch glanzvollen Sprache.


Granit / Die Pechbrenner. Ur- und Studienfassung der Erzählung - Adalbert StifterGranit / Die Pechbrenner. Ur- und Studienfassung der Erzählung
Adalbert Stifter

Gebundene Ausgabe, Januar 2003
     Verkaufsrang: 1487110     

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Ein einfacher Pechbrenner zieht mit seiner Familie in eine Waldgegend, um der Pest zu entgehen.
Es ist ein lohnendes Unterfangen, die beiden Fassungen dieser vielleicht eindrucksvollsten Erzählung Adalbert Stifters zu vergleichen: Die ungeschliffene, von vielen bevorzugte Urfassung Die Pechbrenner aus dem Jahr 1849 steht der 1853 in den Bunten Steinen erstveröffentlichten Studienfassung Granit gegenüber, in der sich Stifter einem klassischen Ideal nähert. Nach der Lektüre dieses Buches wird man mehr wissen von den beiden Seelen, die in Stifters Brust wohnten.


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Eine schöne Trostgeschichte      5 von 5 Punkten
Der Ich-Erzähler erzählt von sich als kleinem Jungen, wie er vor seinem Elternhaus in Böhmen auf dem uralten Granitfelsen vor dem Haus saß, wie ein Pechbrenner vorbeikam und ihm aus Schalkheit anbot, seine nackten Füße mit seiner Ware, Wagenschmiere, zu bestreichen. Der Kleine konnte dem nicht widerstehen, tappte mit seinen Füßchen in das feiertäglich gereinigte Haus und wurde von der Mutter so rücksichtslos gezüchtigt, dass er geradezu unter Schock stand. In dieser Not trifft ihn der gutmütige Großvater, der ihn reinigt und mit auf einen langen Spaziergang durch die heimatliche Landschaft nimmt. Über viele Seiten geht es zunächst nur um den weiten Raum, die Orte, Hügel und Sehenswürdigkeiten werden benannt. Der Großvater erzählt dann, wie in Vorzeiten die Pest in dieser Gegend wütete, wie ein Pechbrenner mit seiner Familie versuchte, vor ihr in die äußersten Waldeshöhen auszuweichen, wie aber alle bis auf sein Söhnchen elend umkamen. Dieser Junge schlägt sich zunächst alleine durch, findet dann ein kleines Mädchen, das von der Pest befallen ist,und nun beginnt ihr Kampf ums Überleben. Die Geschichte endet wie im Märchen, also gut.
Was Stifter hier geleistet hat: Ein objektiv kleines Malheur korrespondiert mit einer Katastrophe im großen Maßstab. Wie das große Weltganze wieder zu seiner Ordnung zurückgefunden hat, wird auch das persönlich kleine Unglück in den gewaltigen Räumen und geschichtlichen Zeiten aufgehoben und beruhigt. Und das Ganze in einer ruhigen, poetisch glanzvollen Sprache.


Granit - Gerhard TrumlerGranit
Gerhard Trumler

Sondereinband, 1994
     Verkaufsrang: 1004068     

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Prof. Gerhard Trumler, geboren 1937 in Wien; seit 1969 freischaffender Photograph, seine Arbeiten erscheinen in internationalen Kunst- und Kulturmagazinen, u. a. die Monographie Photographien 1970 ¿ 2000. Der Künstler in Wien und im Waldviertel.

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Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.5 von 5.00 Punkten (Insgesamt 2 Bewertungen)

Waldviertel      4 von 5 Punkten
Waldviertel so wie es früher wal war und heute hin und wieder noch ist. grobes korn schöne analoge bilder.

berührende Vergangenheit      5 von 5 Punkten
Es wurden schon viele Bücher über das Waldviertel veröffentlicht, aber sicher noch keines mit einem derartigen Zauber. Mystisch tritt in den bezaubernden Schwarzweißfotos die Vergänglichkeit der bäuerlichen Kultur und die Ewigkeit der Waldviertler Landschaft entgegen.


Blumen auf Granit. (6578 527). Eine Irr- und Lehrfahrt durch die deutsche Psychoanalyse - Dörte von DrigalskiBlumen auf Granit. (6578 527). Eine Irr- und Lehrfahrt durch die deutsche Psychoanalyse
Dörte von Drigalski

Broschiert, März 1991
     Verkaufsrang: 677589     

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1980 erschien diese Abrechnung mit der Psychoanalyse zum ersten Mal. Sie löste eine Flut von Zuschriften und Zeitungsartikeln aus und hat bis heute nichts von ihrer Brisanz verloren. Das Buch unternimmt dreierlei: es vermittelt fundierte Grundkenntnisse über die Methodik der klassischen Lehranalyse, diskutiert noch immer tabuisierte Kunstfehler und dokumentiert alle Schäden, die der Autorin selbst widerfahren sind. Eine ebenso persönliche wie seriöse Untersuchung, die sich mit einem noch immerPresse: Eine wertvolle Orientierungshilfe für Therapiesuchende, Geschädigte, ÄrztInnen und TherapeutInnen. Hamburger Ärzteblatt unterschätzten Thema beschäftigt: den Mängeln und Fehlern der Psychoanalyse.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Das wohl wichtigste deutsche Buch zum Tabuthema, wie sehr Psychotherapie zerstört als das sie Nutzen bringt      5 von 5 Punkten
Man wird zu Anfang des Buches ohne Einstieg, Einleitung oder Erklärung sofort mit den selbstreflektierenden Gedanken und Ansichten der Autorin konfrontiert. Es sind ihre subjektiven Wahrnehmungen und Gefühle, mit denen sie tagebuchartig ihre Gedanken während einer Psychoanalyse darlegt. Man erfährt kaum etwas über Lebens-Hintergründe oder tiefere Motivationen, warum sie den Berufsweg Psychotherapeut eingeschlagen hat. Zudem gibt es keine Gliederung, keine Abschnitte oder Kapitel, nur irgendwann einmal ein schmuckloses "Danach".
Nein, zu Anfang liest sich das Buch nur sehr mühsam und langweilt fast. Erst gegen Mitte des Buches, als die Autorin ihre Therapie beendet hat und beginnt, Nachbetrachtungen anzustellen, wird es interessanter, und das letzte Drittel entschädigen mehr als genug für den eher öden Anfangsteil.
Dörte von Drigalski ist eine intelligente, aufgeschlossene, vielseitig interessierte, lebenslustige junge Frau, die in der Psychoanalyse und mittels tiefenpsychologischer Innenschau eine Möglichkeit sieht, ihr Leben zu bereichern. Sie hat vor, diesen Berufsweg einzuschlagen und begibt sich hoffnungsvoll und zuversichtlich in eine Lehranalyse, glaubt, dort verschüttete, interessante und erhellende Dinge über sich selbst zu erfahren.
Erst mit der Zeit, nach Jahren auf der Couch, erkennt sie, dass die stumpfsinnigen und subjektiven Kommentare, Bewertungen und Analysen des Therapeuten, zunächst von ihr noch ohne große Gegenwehr hingenommen, ein permanentes Selbstzweifeln in ihr heranzüchten. Sie stellt immer mehr ihr Leben, ihre Ansichten, ihre Empfindungen in Frage, wird depressiver und zieht sich sukzessive aus der sozialen Welt zurück. Ihr Selbstbewusstsein schwindet kontinuierlich, eines Tages sieht sie sich sogar mit eigenen Selbstmordgedanken konfrontiert. Nur der nie ganz abgerissene Kontakt zu Menschen außerhalb der Therapie-Szene, die sie wie eine REALE Person mit Stärken und Schwächen behandeln, rettet sie quasi, und sie entwickelt allmählich wieder Halt in sich selbst.
Die Schwäche des Buches (die anfänglich fehlende Gradlinigkeit und Unstrukturiertheit) ist gleichsam auch seine Stärke. Was sich anfangs so uninteressant und leblos liest, ist ein Spiegelbild der Verwirrnis und der Selbstzweifel, in die die Autorin durch die Psychoanalyse getrieben worden ist. Drigalski glaubt zunächst etwas naiv an die Heilsbotschaften der Psychotherapie, ähnlich wie ein Kind noch an den Weihnachtsmann glaubt. Sie ist in der Psychoanalyse von Anfang an in die Defensive gedrängt, versucht den offenen und subtilen Abwertungen, Erniedrigungen und Ausgrenzungen rein intellektuell entgegenzuwirken. Sie verteidigt, quasi am Boden liegend ihre eigene Haltung zu Vernunft, Gerechtigkeit und gegen den menschenverachtenden Bürokratismus der psychotherapeutischen Welt. Mal glaubt sie wirklich, alle Probleme lägen nur in ihr selbst verborgen, dann wieder, sozusagen aus dem Meer des Selbstzweifelns auftauchend, ringt sie um das Recht, sich selbst wertschätzen zu dürfen und sich als normal wie jeder andere erleben zu dürfen.
Mit dem immer größer werdenden Abstand zur Psychoanalyse, also in der Nachbetrachtung nehmen ihre Selbstzweifel ab, ihre Sprache wird direkter, klarer, ausdrucksstärker, selbstbewusster. Zuerst zweifelte sie die Psychoanalyse nur an, später weiß sie, dass die psychotherapeutische Welt eine lebensverachtende, sinnentleerte und von der sozialen Realität abgekehrte Welt ist, eine Welt des Blendens und des Heuchelns.
Die Autorin hat eine starke Persönlichkeit und ein gutes soziales Umfeld, was ihren endgültigen ,Absturz' verhinderte. Doch sie beschreibt auch unmissverständlich, dass die regriede Gehirnwäsche und die Konditionierungsversuche der Psychoanalyse am Ende unauslöschliche negative Spuren in ihrer Persönlichkeit hinterlassen hat; Wunden, Verunsicherungen, unwiederbringbare Verluste des Vertrauens in andere Menschen und der Geborgenheit in sich Selbst.
Die Erniedrigungen und Abwertungen, die Zerstörung des Selbstwertgefühls im Klienten innerhalb einer Psychotherapie ist Realität. Drigalski. macht auf diese tabuisierte Tatsache in ihrem Buch immer wieder aufmerksam. Sie hat vielerlei Kontakte in der Szene, Bekannte und Freunde. Und überall erfährt sie gleiche und ähnliche Geschichten, wohingegen ihre eigenen negativen Erfahrungen noch eher harmlos anmuten. Doch Drigalski berichtet auch von der Verdrängung und dem Schweigen, dem sie begegnet, wenn sie auf das Unrechtmäßige der Psychoanalyse aufmerksam macht. Die Kollegen ziehen sich zurück, bauen Mauern auf, reden von Projektionen oder Übertragungen, und blockieren jegliche Diskussion bereits im Ansatz.
Man kommt nach dem Lesen des Buches nicht umhin, in der Psychotherapie-Szene starke sektenähnliche Strukturen auszumachen. Diese verknöcherte, fundamentalistische und nur dem eigenen Standesdünkel verpflichtete Welt scheint sich als eine Art Relikt aus dem Mittelalter in unsere heutige moderne und fortschrittliche Zeit hinübergerettet zu haben. Wie Feudalherrn bestimmen Therapeuten/Psychologen über Recht oder Unrecht, über Realität oder Projektion/Dissoziation, über seelische Gesundheit oder Krankheit. Nirgendwo sonst werden dabei ,rechtmäßig' die demokratischen Grund- und Selbstbestimmungsrechte und auch die Menschenwürde eines Menschen so sehr eingeschränkt und beschädigt wie innerhalb einer psychotherapeutischen Behandlung.
Wer sich dem streng hierarchischen Gedankenmodell (der Psychotherapeut darf über die WERTIGKEIT des Klienten uneingeschränkt bestimmen) verweigert, dem wird zudem seine Zurechnungsfähigkeit und Normalität aberkannt (durch Unterschieben konstruierter geistig-seelischer Krankheitsbilder)
Drigalski. wirft einen Blick hinter die Kulissen dieser absurden, aberwitzigen und vom realen Leben abgewandten Welt. Und zwar aus beiden Perspektiven, als Klientin und als Therapeutin. Sie beleuchtet den Wahnsinn dieser sektenhaften Welt, von der jede Kritik, ein noch so begründetes und berechtigtes In-Frage-stellen abprallt wie Strohhalme von einer Betonplatte. Die Autorin listet die Reaktionsmuster der Leugnens, Verdrängens, Schweigens und die Mechanismen der Denunziation innerhalb dieser sektenähnlichen Strukturen in detaillierter Kleinstarbeit auf.
Drigalskis Weg ist gleichsam auch der Weg der Befreiung, der mühsamen jahrelangen Ent-Konditionierung von dieser Gehirnwäsche, die sie an den Rand der Lebensuntüchtigkeit geführt hat. Nach Veröffentlichung des Buches schlägt ihr ein eiskalter und skrupelloser Wind aus der Szene entgegen. Wurde sie während ihrer aktiven Zeit von Kollegen und ihren eigenen Klienten noch akzeptiert und geschätzt, beginnt jetzt für sie ein regelrechtes Spießrutenlaufen. An dieser HEXENJAGD beteiligen sich quasi alle ihrer ehemaligen Kollegen und "Freunde". Die "Sekte" verweigert jegliche Kommentare und Stellungnahmen zu ihrer Kritik, ihre ehemaligen Therapeuten schweigen, keinem ihrer Vorwürfe wird begegnet. Stattdessen wird sie ohne viel Federlesens als geisteskrank und persönlichkeitsgestört hingestellt, man unterstellt ihr eine ganze Palette von seelischen Störungen (bis hin zu borderline).
Wer selbst einen tiefergehenden Blick in die "Therapie-Szene" geworfen hat, wird die Aussagen des Buches mehr als bestätigt bekommen. Die Angst vor Repressalien und Ausgrenzung lähmt allerdings diejenigen, die ,Opfer' dieser Sekte geworden sind, und erstickt jegliche Bereitschaft zur Gegenwehr bereits im Ansatz. Das ganze erinnert an mafiöse Strukturen. Man schweigt, um Bestrafungen oder anderen negativen Konsequenzen zu entgehen.
Sexueller Missbrauch durch Therapeuten ist lt. Offiziellen Statistiken eklatant hoch. Auch die Liste der Selbstmorde von Klienten, die in unmittelbarerem Zusammenhang zur Psychotherapeutischen Behandlung stehen, ist unfassbar lang. Dieses Faktum wurde bereits zu Freuds Zeiten einfach unter den Tisch gekehrt. Kompromisslose Bücher und ungeschminkte Abhandlungen zu dem Thema wie die von Drigalski oder auch Jeffrey M. Masson sind da die absolute Ausnahme. Es hat den Anschein, als ob die vielen Selbstmorde, die ruinierten Existenzen, die in ihrem Selbstwertgefühl und Selbstverständnis massiv geschädigten Menschen quasi als Kriegsopfer geführt und in Kauf genommen werden. Es ist ein Krieg gegen den Individualismus, gegen das Menschliche an sich.
Es deutet vieles darauf hin, dass Psychotherapie mit ihrer frei konstruierten Definition von geistiger Normalität genau die Krankheiten und Symptome hervorruft und bewirkt, für deren Heilung sie dann auch gleichsam die Legitimation in Anspruch zu nehmen gedenkt. Obwohl in der demokratischen freiheitlich-individualistischen Welt so etwas wie Normalität überhaupt nicht existiert (genauso wenig wie in der Natur), versucht die mittelalterlich-reaktionäre Welt der Psychotherapie willkürlich, angebliche Grenzen zwischen normal und unnormal, zwischen geistig gesund und krank zu konstruieren. Und jeder Therapeut nimmt wie Gott das Recht für sich in Anspruch, die Grenze zwischen normal und unnormal festlegen zu dürfen. Die Psychotherapie erschafft sich ihre eigene Existenzberechtigung, indem sie bei jeglicher Abweichung von einer erfundenen und selbst geschaffenen Norm Krankheitsbilder konstruierte. So erschuf sie eine Teufelsspirale. Denn die natürliche und normale Abwehrreaktion gegen diesen Normen-Katalog wird dem Klienten wiederum als Krankheitsmuster ausgelegt werden. Ein Spiel, das dem Psychotherapiemarkt ein nie endendes lukratives Milliardengeschäft sichert...
Der Normenkatalog (die Definition von Normalität), den die Psychotherapie aufstellt und auch vertritt, lässt sich vereinfachend mit den Werten Unterwürfigkeit und Gehorsam umschreiben. Wer kein angepasster Duckmäuser ist und einen eigenen Willen hat, wird kurzerhand für psychisch krank erklärt.
Drigalski stellt die Legitimation von Psychotherapie grundsätzlich in Frage. Masson, der das Vorwort zur englischsprachigen Ausgabe des Buches schrieb, plädiert sogar für eine ersatzlose Abschaffung der Psychotherapie.
Das künstliche Zusammenführen von 2 Menschen, in der der eine seine seelische Intimsphäre offenbart und sich "schutzlos" ausliefert, während der andere sich hinter einer Fassade von angeblicher Kompetenz, Reife und Überlegenheit VERSTECKEN darf, läuft der menschlichen Natur zutiefst zuwider und ist nichts anderes als eine Perversion. Dieses unnatürliche, abnormale und künstlich hergestellte Zusammenspiel beschwört unweigerlich Konflikte und belastende Situationen herauf, mit denen der Klient sowie auch der Therapeut heillos überfordert ist. Durch das UNSOZIALE Machtgefälle innerhalb des Therapiezimmers wird sich der Therapeut wegen dieser Überforderung fast immer in eine Art gottähnlichen Größenwahn flüchten, in dem er alle die durch diese gezwungene unnatürliche Situation heraufbeschworenen Konflikte und Probleme auf den Klienten abwälzt, der daraufhin Gefahr läuft, an dieser Last (Schuld) zu zerbrechen. Im Lauf der Zeit schuf sich die Psychotherapie eine eigene Sub-Kultur. Sie begann, die aus dieser Perversion heraufbeschworenen destruktiven Verhaltensmuster beim Klienten haarfein als allgemeingültige Krankheitsmuster zu katalogisieren. Tausende von Büchern und Abhandlungen über angebliche psychische Störungen wurden geschrieben. Störungsmuster, die allerdings zu einem nicht unbeträchtlichen Teil durch das streng hierarchische Therapeuten-Klienten-Verhältnis entstehen (ähnlich einem eingesperrten Raubtier in einem zu engen Käfig), aber letztendlich auch ein Spiegelbild kaputter fundamentalistischer Strukturen innerhalb unserer Gesellschaft sind.
Solange die Kaste der Therapeuten die Themen Übertragung, Projektion, Dissoziation, Verdrängung usw. als Instrument missbraucht, um den Klienten unrechtmäßig ihres natürlichen Selbstbestimmungsrechts zu berauben und diese Themen nicht auch bei sich selbst sucht, bleiben die Psycho-Analysen der Therapeuten und Psychologen unseriös, unrechtmäßig und Ausdruck einer Perversion. Wer sich einer Beurteilung und Kontrolle von außen so rigoros entzieht, wie es die Psychotherapie tut, wird solche Themen zwangsläufig für das Feindbild- und Sündenbockprinzip zu Lasten des Klienten missbrauchen. Repression und die fundamentale Abwertung des Klienten laufen subtil ab und werden durch die Therapeuten mit dem dauernden Verweis auf die Wissenschaftlichkeit der Psychotherapiemethodik vermeintlich legitimiert.
Das Bewertungssystem für psychische Krankheiten und seelische Störungen ist nicht BEWEISBAR, demzufolge auch von niemandem zu verstehen und damit auch nicht widerlegbar.
Nach Lesen dieses Buches bekommt man erhebliche Zweifel daran, ob Psychotherapie überhaupt etwas Seriöses ist, ob die eklatante Hierarchie zwischen Therapeut und Patient nicht grundsätzlich bereits krankheitsfördernd auf die Seele wirkt. Man fragt sich, ob die autoritäre Grundstruktur innerhalb einer psychotherapeutischen Behandlung nicht schon ein Großteil der Symptome hervorruft, von der die Psychotherapie dann vorgibt, sie heilen zu können. Für mich ergeben sich mindestens drei Gründe, warum Psychotherapie illegitim und unseriös ist:
Erstens verletzt sie grundlegend die Intimsphäre des Klienten und damit das Grundrecht auf Unantastbarkeit der Person. Die oft zitierte stimmende Chemie zwischen Therapeut und Klient bedeutet noch lange nicht, dass der Therapeut dem offenbarten Innenleben des Klienten (seinen Schwächen und Gefühlen) wohlwollend gegenübersteht. Einem anderen Menschen öffnen sollte man sich nur, wenn der andere freundschaftliche Gefühle für einen hegt und Augenhöhe vorliegt. Freundschaft sowie Augenhöhe lässt sich aber nun mal für Geld nicht erkaufen. Der VERRAT an der Seele des Klienten ist damit vorprogrammiert, und für die schwerwiegenden Folgen dieses Verrates will niemand zur Verantwortung gezogen werden, vor allem nicht die Psychotherapie-Szene selbst. Zweitens ist die Grundvoraussetzung, Therapeuten könnten abstinent und neutral in einer therapeutischen Beziehung agieren, eine fundamentale und grundegende Lüge, die dem hilfesuchenden Klienten massiv Sand in die Augen streut über das was in einer Psychotherapie wirklich abläuft. Die Behauptung, Menschen könnten innerhalb einer Beziehung Neutralität und Abstinenz wahren, ist reines Wunschdenken und steht gras im Widerspruch zur menschlichen Natur. Die Vorgabe, Therapeuten dürfen keine egoistischen Ziele verfolgen und unbewussten Wünschen nachgehen, ist nicht einmal ansatzweise zu erfüllen. Ein Blick in die unzähligen öffentlich gemachten Therapieabläufe lässt vermuten, dass Therapeuten vornehmlich eigene narzisstische, emotionale und egozentrische Bedürfnisse (Erfolg um jeden Preis) befriedigen, und dass der Klient durch die klare Machtverteilung nicht die geringste Chance hat, sich gegen diese Benutzung und Ausbeutung zu wehren oder sich dessen überhaupt bewusst zu werden. Drittens kehrt Psychotherapie eine der grundlegendsten und fundamentalsten Wesenszüge des Menschen vollkommen unter den Teppich, nämlich den Wunsch nach Entwicklung, Veränderung und Erfolg. Zwischen Therapeut und Klient wird auf dieser Ebene immer auch eine Konkurrenzsituation entstehen, die von keinem der beiden Beteiligten einfach ausgeblendet werden kann. So wird, falls sich der Klient dem Therapeuten nicht bedingungslos unterordnet, zwangsläufig ein subtiles Machtspiel zwischen beiden beginnen. Der Therapeut wird den ,Machtanspruch' des Klienten mit allen Mitteln zu unterbinden suchen, z.B. indem er diesen Machtanspruch als Abwehrhaltung bezeichnen wird. Ein Grossteil der in der Psychologie gewonnen "Forschungsergebnisse" sind im Grunde nur immer bessere, subtilere und effektivere Methoden, um beim Machtkampf gegen den Klienten weiterhin die Oberhand behalten zu können.
Der Psychotherapeut wird seinen eigenen Mangel an sozialen und beziehungsorientierten Lebenserfahrungen und seine Entwicklungsdefizite damit auszugleichen und zu kaschieren suchen, indem er dem erweiterten Erfahrungshorizont des Klienten seine eigene Kontroll- und Herrschsucht entgegenstellen wird. Er wird subtil Gehorsam vom Klienten einfordern. Befinden sich beide auf einer ähnlichen Reifestufe, wird der Therapeut alles tun, um den Klienten nicht an sich ,vorbeiziehen' zu lassen und Entwicklungen im Klienten unbewusst zu verhindern suchen. In der Praxis sieht es so aus, dass Therapeuten ihre Klienten dazu anhalten, sich mit Fassaden des Glücks, der Weiter-Entwicklung und der Heilung zu identifizieren. Das bringt dem Therapeuten folgenden Nutzen; der Klient überholt ihn nicht, und er erschafft sich die Illusion, eine Leistung erbracht zu haben (Gesundung des Klienten) Der Klient wird dazu verführt, sich die FASSADE eines Geheilten überzustülpen, was ihm ein besseres Image beschert und ihn dadurch in einer Ellenbogengesellschaft hierarchisch aufsteigen lässt. Die Inneren Zerstörungen im Klienten, neue gravierende Traumata, die aus der Therapie-Beziehung entstanden sind, darf und wird der Klient in der Regel nicht wahrnehmen oder wahrhaben wollen.
Dörte von Drigalski, die eine ausgesprochen freidenkende Persönlichkeit hat, hat sich letztendlich doch noch erfolgreich gegen das Überstülpen dieser Fassade gewehrt. Sie musste massive Demütigungen, Erniedrigungen und Ausgrenzungen in Kauf nehmen, an denen sie fast zerbrochen wäre. Doch sie hat es geschafft. Das Buch dokumentiert ihren Leidensweg und ihre mühsame und langwierige Befreiung von der Tyrannei der Psychotherapie. Am Ende schreibt sie "Sie ist fertig mit der Psychoanalyse". Und das ist auch gut so.


 Weitere Lesermeinungen


Urzelle, Nebst Dem Beweis Dass Granit, Gneiss, Serpentin, Ta - Otto HahnUrzelle, Nebst Dem Beweis Dass Granit, Gneiss, Serpentin, Ta
Otto Hahn

Taschenbuch, 12. Februar 2010
    

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This is an EXACT reproduction of a book published before 1923. This IS NOT an OCR'd book with strange characters, introduced typographical errors, and jumbled words. This book may have occasional imperfections such as missing or blurred pages, poor pictures, errant marks, etc. that were either part of the original artifact, or were introduced by the scanning process. We believe this work is culturally important, and despite the imperfections, have elected to bring it back into print as part of our continuing commitment to the preservation of printed works worldwide. We appreciate your understanding of the imperfections in the preservation process, and hope you enjoy this valuable book.



Beton Klinker Granit - Material Macht Politik. Eine Materialikonographie - Christian FuhrmeisterBeton Klinker Granit - Material Macht Politik. Eine Materialikonographie
Christian Fuhrmeister

Gebundene Ausgabe, 2001
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Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 01.08.2002
Ganz vorzüglich findet Peter Reichel diese Materialästhetik und politische Ikonographie verknüpfende Denkmäler-Studie, mit der der gelernte Steinmetz Christian Fuhrmeister zum Kunsthistoriker promoviert. Kenntnisreich sei sie, quellen-und forschungskritisch auf hohem Niveau, empirisch breit fundiert und darüber hinaus detailliert und dicht geschrieben, ohne unlesbar zu sein. Der Autor, schreibt Reichel, kommt zu "neuen, differenzierten Einsichten" in den politisch-symbolischen Bedeutungsgehalt von traditionellem Naturstein (Granit!) einerseits und industriell - modernen Baustoffen wie Beton und Klinker andererseits. Dass er dabei die Entwurfs -, Bau- und Rezeptionsgeschichte der betreffenden Denkmäler berücksichtigt und den kunsthistorischen Kontext beleuchtet, vermerkt der Rezensent mit Dankbarkeit. Die Grenze des angewandten materialikonographischen Ansatzes wird Reichel (wie dem Autor übrigens selbst) allerdings auch bewusst. Sie zeigt sich in der Erkenntnis, "dass Naturstein wie Kunststein 'amoralisch und apolitisch' (H. Wefing) sind". Ein wenig mehr politisch-kulturelle Kontextualisierung, schließt Reichel, sollte dem Buch nicht schaden: Vielleicht in den zu wünschenden weiteren Auflagen.
© Perlentaucher Medien GmbH




Flattern auf grünem Granit - Bolko BullerdiekFlattern auf grünem Granit
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Gebundene Ausgabe, 1997
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Bolko Bullerdiek - bekannt durch seine Bücher "Tohuus un annerwegens" und "Windhaken" sowie durch die satirischen Texte in "Distelböden", geschätzt wegen außergewöhnlicher Themen und beeindruckenden Stils in der niederdeutschen Literatur, Fritz-Reuter-Preisträger - legt einen weiteren Band vor: "Flattern auf grünem Granit" enthält Neues und die besten niederdeutschen Texte auf HOCHDEUTSCH.



Blumen auf Granit. Ein Irr- und Lehrfahrt durch die deutsche Psychoanalyse - Dörte von DrigalskiBlumen auf Granit. Ein Irr- und Lehrfahrt durch die deutsche Psychoanalyse
Dörte von Drigalski

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1980 erschien diese Abrechnung mit der Psychoanalyse zum ersten Mal. Sie löste eine Flut von Zuschriften und Zeitungsartikeln aus und hat bis heute nichts von ihrer Brisanz verloren. Das Buch unternimmt dreierlei: es vermittelt fundierte Grundkenntnisse über die Methodik der klassischen Lehranalyse, diskutiert noch immer tabuisierte Kunstfehler und dokumentiert alle Schäden, die der Autorin selbst widerfahren sind. Eine ebenso persönliche wie seriöse Untersuchung, die sich mit einem noch immerPresse: Eine wertvolle Orientierungshilfe für Therapiesuchende, Geschädigte, ÄrztInnen und TherapeutInnen. Hamburger Ärzteblatt unterschätzten Thema beschäftigt: den Mängeln und Fehlern der Psychoanalyse.

Lesermeinungen (Wiedergabe von Amazon.de, s.u.):
Durchschnittliche Gesamt-Bewertung: 4.0 von 5.00 Punkten (Insgesamt 5 Bewertungen)

Das wohl wichtigste deutsche Buch zum Tabuthema, wie sehr Psychotherapie zerstört als das sie Nutzen bringt      5 von 5 Punkten
Man wird zu Anfang des Buches ohne Einstieg, Einleitung oder Erklärung sofort mit den selbstreflektierenden Gedanken und Ansichten der Autorin konfrontiert. Es sind ihre subjektiven Wahrnehmungen und Gefühle, mit denen sie tagebuchartig ihre Gedanken während einer Psychoanalyse darlegt. Man erfährt kaum etwas über Lebens-Hintergründe oder tiefere Motivationen, warum sie den Berufsweg Psychotherapeut eingeschlagen hat. Zudem gibt es keine Gliederung, keine Abschnitte oder Kapitel, nur irgendwann einmal ein schmuckloses "Danach".
Nein, zu Anfang liest sich das Buch nur sehr mühsam und langweilt fast. Erst gegen Mitte des Buches, als die Autorin ihre Therapie beendet hat und beginnt, Nachbetrachtungen anzustellen, wird es interessanter, und das letzte Drittel entschädigen mehr als genug für den eher öden Anfangsteil.
Dörte von Drigalski ist eine intelligente, aufgeschlossene, vielseitig interessierte, lebenslustige junge Frau, die in der Psychoanalyse und mittels tiefenpsychologischer Innenschau eine Möglichkeit sieht, ihr Leben zu bereichern. Sie hat vor, diesen Berufsweg einzuschlagen und begibt sich hoffnungsvoll und zuversichtlich in eine Lehranalyse, glaubt, dort verschüttete, interessante und erhellende Dinge über sich selbst zu erfahren.
Erst mit der Zeit, nach Jahren auf der Couch, erkennt sie, dass die stumpfsinnigen und subjektiven Kommentare, Bewertungen und Analysen des Therapeuten, zunächst von ihr noch ohne große Gegenwehr hingenommen, ein permanentes Selbstzweifeln in ihr heranzüchten. Sie stellt immer mehr ihr Leben, ihre Ansichten, ihre Empfindungen in Frage, wird depressiver und zieht sich sukzessive aus der sozialen Welt zurück. Ihr Selbstbewusstsein schwindet kontinuierlich, eines Tages sieht sie sich sogar mit eigenen Selbstmordgedanken konfrontiert. Nur der nie ganz abgerissene Kontakt zu Menschen außerhalb der Therapie-Szene, die sie wie eine REALE Person mit Stärken und Schwächen behandeln, rettet sie quasi, und sie entwickelt allmählich wieder Halt in sich selbst.
Die Schwäche des Buches (die anfänglich fehlende Gradlinigkeit und Unstrukturiertheit) ist gleichsam auch seine Stärke. Was sich anfangs so uninteressant und leblos liest, ist ein Spiegelbild der Verwirrnis und der Selbstzweifel, in die die Autorin durch die Psychoanalyse getrieben worden ist. Drigalski glaubt zunächst etwas naiv an die Heilsbotschaften der Psychotherapie, ähnlich wie ein Kind noch an den Weihnachtsmann glaubt. Sie ist in der Psychoanalyse von Anfang an in die Defensive gedrängt, versucht den offenen und subtilen Abwertungen, Erniedrigungen und Ausgrenzungen rein intellektuell entgegenzuwirken. Sie verteidigt, quasi am Boden liegend ihre eigene Haltung zu Vernunft, Gerechtigkeit und gegen den menschenverachtenden Bürokratismus der psychotherapeutischen Welt. Mal glaubt sie wirklich, alle Probleme lägen nur in ihr selbst verborgen, dann wieder, sozusagen aus dem Meer des Selbstzweifelns auftauchend, ringt sie um das Recht, sich selbst wertschätzen zu dürfen und sich als normal wie jeder andere erleben zu dürfen.
Mit dem immer größer werdenden Abstand zur Psychoanalyse, also in der Nachbetrachtung nehmen ihre Selbstzweifel ab, ihre Sprache wird direkter, klarer, ausdrucksstärker, selbstbewusster. Zuerst zweifelte sie die Psychoanalyse nur an, später weiß sie, dass die psychotherapeutische Welt eine lebensverachtende, sinnentleerte und von der sozialen Realität abgekehrte Welt ist, eine Welt des Blendens und des Heuchelns.
Die Autorin hat eine starke Persönlichkeit und ein gutes soziales Umfeld, was ihren endgültigen ,Absturz' verhinderte. Doch sie beschreibt auch unmissverständlich, dass die regriede Gehirnwäsche und die Konditionierungsversuche der Psychoanalyse am Ende unauslöschliche negative Spuren in ihrer Persönlichkeit hinterlassen hat; Wunden, Verunsicherungen, unwiederbringbare Verluste des Vertrauens in andere Menschen und der Geborgenheit in sich Selbst.
Die Erniedrigungen und Abwertungen, die Zerstörung des Selbstwertgefühls im Klienten innerhalb einer Psychotherapie ist Realität. Drigalski. macht auf diese tabuisierte Tatsache in ihrem Buch immer wieder aufmerksam. Sie hat vielerlei Kontakte in der Szene, Bekannte und Freunde. Und überall erfährt sie gleiche und ähnliche Geschichten, wohingegen ihre eigenen negativen Erfahrungen noch eher harmlos anmuten. Doch Drigalski berichtet auch von der Verdrängung und dem Schweigen, dem sie begegnet, wenn sie auf das Unrechtmäßige der Psychoanalyse aufmerksam macht. Die Kollegen ziehen sich zurück, bauen Mauern auf, reden von Projektionen oder Übertragungen, und blockieren jegliche Diskussion bereits im Ansatz.
Man kommt nach dem Lesen des Buches nicht umhin, in der Psychotherapie-Szene starke sektenähnliche Strukturen auszumachen. Diese verknöcherte, fundamentalistische und nur dem eigenen Standesdünkel verpflichtete Welt scheint sich als eine Art Relikt aus dem Mittelalter in unsere heutige moderne und fortschrittliche Zeit hinübergerettet zu haben. Wie Feudalherrn bestimmen Therapeuten/Psychologen über Recht oder Unrecht, über Realität oder Projektion/Dissoziation, über seelische Gesundheit oder Krankheit. Nirgendwo sonst werden dabei ,rechtmäßig' die demokratischen Grund- und Selbstbestimmungsrechte und auch die Menschenwürde eines Menschen so sehr eingeschränkt und beschädigt wie innerhalb einer psychotherapeutischen Behandlung.
Wer sich dem streng hierarchischen Gedankenmodell (der Psychotherapeut darf über die WERTIGKEIT des Klienten uneingeschränkt bestimmen) verweigert, dem wird zudem seine Zurechnungsfähigkeit und Normalität aberkannt (durch Unterschieben konstruierter geistig-seelischer Krankheitsbilder)
Drigalski. wirft einen Blick hinter die Kulissen dieser absurden, aberwitzigen und vom realen Leben abgewandten Welt. Und zwar aus beiden Perspektiven, als Klientin und als Therapeutin. Sie beleuchtet den Wahnsinn dieser sektenhaften Welt, von der jede Kritik, ein noch so begründetes und berechtigtes In-Frage-stellen abprallt wie Strohhalme von einer Betonplatte. Die Autorin listet die Reaktionsmuster der Leugnens, Verdrängens, Schweigens und die Mechanismen der Denunziation innerhalb dieser sektenähnlichen Strukturen in detaillierter Kleinstarbeit auf.
Drigalskis Weg ist gleichsam auch der Weg der Befreiung, der mühsamen jahrelangen Ent-Konditionierung von dieser Gehirnwäsche, die sie an den Rand der Lebensuntüchtigkeit geführt hat. Nach Veröffentlichung des Buches schlägt ihr ein eiskalter und skrupelloser Wind aus der Szene entgegen. Wurde sie während ihrer aktiven Zeit von Kollegen und ihren eigenen Klienten noch akzeptiert und geschätzt, beginnt jetzt für sie ein regelrechtes Spießrutenlaufen. An dieser HEXENJAGD beteiligen sich quasi alle ihrer ehemaligen Kollegen und "Freunde". Die "Sekte" verweigert jegliche Kommentare und Stellungnahmen zu ihrer Kritik, ihre ehemaligen Therapeuten schweigen, keinem ihrer Vorwürfe wird begegnet. Stattdessen wird sie ohne viel Federlesens als geisteskrank und persönlichkeitsgestört hingestellt, man unterstellt ihr eine ganze Palette von seelischen Störungen (bis hin zu borderline).
Wer selbst einen tiefergehenden Blick in die "Therapie-Szene" geworfen hat, wird die Aussagen des Buches mehr als bestätigt bekommen. Die Angst vor Repressalien und Ausgrenzung lähmt allerdings diejenigen, die ,Opfer' dieser Sekte geworden sind, und erstickt jegliche Bereitschaft zur Gegenwehr bereits im Ansatz. Das ganze erinnert an mafiöse Strukturen. Man schweigt, um Bestrafungen oder anderen negativen Konsequenzen zu entgehen.
Sexueller Missbrauch durch Therapeuten ist lt. Offiziellen Statistiken eklatant hoch. Auch die Liste der Selbstmorde von Klienten, die in unmittelbarerem Zusammenhang zur Psychotherapeutischen Behandlung stehen, ist unfassbar lang. Dieses Faktum wurde bereits zu Freuds Zeiten einfach unter den Tisch gekehrt. Kompromisslose Bücher und ungeschminkte Abhandlungen zu dem Thema wie die von Drigalski oder auch Jeffrey M. Masson sind da die absolute Ausnahme. Es hat den Anschein, als ob die vielen Selbstmorde, die ruinierten Existenzen, die in ihrem Selbstwertgefühl und Selbstverständnis massiv geschädigten Menschen quasi als Kriegsopfer geführt und in Kauf genommen werden. Es ist ein Krieg gegen den Individualismus, gegen das Menschliche an sich.
Es deutet vieles darauf hin, dass Psychotherapie mit ihrer frei konstruierten Definition von geistiger Normalität genau die Krankheiten und Symptome hervorruft und bewirkt, für deren Heilung sie dann auch gleichsam die Legitimation in Anspruch zu nehmen gedenkt. Obwohl in der demokratischen freiheitlich-individualistischen Welt so etwas wie Normalität überhaupt nicht existiert (genauso wenig wie in der Natur), versucht die mittelalterlich-reaktionäre Welt der Psychotherapie willkürlich, angebliche Grenzen zwischen normal und unnormal, zwischen geistig gesund und krank zu konstruieren. Und jeder Therapeut nimmt wie Gott das Recht für sich in Anspruch, die Grenze zwischen normal und unnormal festlegen zu dürfen. Die Psychotherapie erschafft sich ihre eigene Existenzberechtigung, indem sie bei jeglicher Abweichung von einer erfundenen und selbst geschaffenen Norm Krankheitsbilder konstruierte. So erschuf sie eine Teufelsspirale. Denn die natürliche und normale Abwehrreaktion gegen diesen Normen-Katalog wird dem Klienten wiederum als Krankheitsmuster ausgelegt werden. Ein Spiel, das dem Psychotherapiemarkt ein nie endendes lukratives Milliardengeschäft sichert...
Der Normenkatalog (die Definition von Normalität), den die Psychotherapie aufstellt und auch vertritt, lässt sich vereinfachend mit den Werten Unterwürfigkeit und Gehorsam umschreiben. Wer kein angepasster Duckmäuser ist und einen eigenen Willen hat, wird kurzerhand für psychisch krank erklärt.
Drigalski stellt die Legitimation von Psychotherapie grundsätzlich in Frage. Masson, der das Vorwort zur englischsprachigen Ausgabe des Buches schrieb, plädiert sogar für eine ersatzlose Abschaffung der Psychotherapie.
Das künstliche Zusammenführen von 2 Menschen, in der der eine seine seelische Intimsphäre offenbart und sich "schutzlos" ausliefert, während der andere sich hinter einer Fassade von angeblicher Kompetenz, Reife und Überlegenheit VERSTECKEN darf, läuft der menschlichen Natur zutiefst zuwider und ist nichts anderes als eine Perversion. Dieses unnatürliche, abnormale und künstlich hergestellte Zusammenspiel beschwört unweigerlich Konflikte und belastende Situationen herauf, mit denen der Klient sowie auch der Therapeut heillos überfordert ist. Durch das UNSOZIALE Machtgefälle innerhalb des Therapiezimmers wird sich der Therapeut wegen dieser Überforderung fast immer in eine Art gottähnlichen Größenwahn flüchten, in dem er alle die durch diese gezwungene unnatürliche Situation heraufbeschworenen Konflikte und Probleme auf den Klienten abwälzt, der daraufhin Gefahr läuft, an dieser Last (Schuld) zu zerbrechen. Im Lauf der Zeit schuf sich die Psychotherapie eine eigene Sub-Kultur. Sie begann, die aus dieser Perversion heraufbeschworenen destruktiven Verhaltensmuster beim Klienten haarfein als allgemeingültige Krankheitsmuster zu katalogisieren. Tausende von Büchern und Abhandlungen über angebliche psychische Störungen wurden geschrieben. Störungsmuster, die allerdings zu einem nicht unbeträchtlichen Teil durch das streng hierarchische Therapeuten-Klienten-Verhältnis entstehen (ähnlich einem eingesperrten Raubtier in einem zu engen Käfig), aber letztendlich auch ein Spiegelbild kaputter fundamentalistischer Strukturen innerhalb unserer Gesellschaft sind.
Solange die Kaste der Therapeuten die Themen Übertragung, Projektion, Dissoziation, Verdrängung usw. als Instrument missbraucht, um den Klienten unrechtmäßig ihres natürlichen Selbstbestimmungsrechts zu berauben und diese Themen nicht auch bei sich selbst sucht, bleiben die Psycho-Analysen der Therapeuten und Psychologen unseriös, unrechtmäßig und Ausdruck einer Perversion. Wer sich einer Beurteilung und Kontrolle von außen so rigoros entzieht, wie es die Psychotherapie tut, wird solche Themen zwangsläufig für das Feindbild- und Sündenbockprinzip zu Lasten des Klienten missbrauchen. Repression und die fundamentale Abwertung des Klienten laufen subtil ab und werden durch die Therapeuten mit dem dauernden Verweis auf die Wissenschaftlichkeit der Psychotherapiemethodik vermeintlich legitimiert.
Das Bewertungssystem für psychische Krankheiten und seelische Störungen ist nicht BEWEISBAR, demzufolge auch von niemandem zu verstehen und damit auch nicht widerlegbar.
Nach Lesen dieses Buches bekommt man erhebliche Zweifel daran, ob Psychotherapie überhaupt etwas Seriöses ist, ob die eklatante Hierarchie zwischen Therapeut und Patient nicht grundsätzlich bereits krankheitsfördernd auf die Seele wirkt. Man fragt sich, ob die autoritäre Grundstruktur innerhalb einer psychotherapeutischen Behandlung nicht schon ein Großteil der Symptome hervorruft, von der die Psychotherapie dann vorgibt, sie heilen zu können. Für mich ergeben sich mindestens drei Gründe, warum Psychotherapie illegitim und unseriös ist:
Erstens verletzt sie grundlegend die Intimsphäre des Klienten und damit das Grundrecht auf Unantastbarkeit der Person. Die oft zitierte stimmende Chemie zwischen Therapeut und Klient bedeutet noch lange nicht, dass der Therapeut dem offenbarten Innenleben des Klienten (seinen Schwächen und Gefühlen) wohlwollend gegenübersteht. Einem anderen Menschen öffnen sollte man sich nur, wenn der andere freundschaftliche Gefühle für einen hegt und Augenhöhe vorliegt. Freundschaft sowie Augenhöhe lässt sich aber nun mal für Geld nicht erkaufen. Der VERRAT an der Seele des Klienten ist damit vorprogrammiert, und für die schwerwiegenden Folgen dieses Verrates will niemand zur Verantwortung gezogen werden, vor allem nicht die Psychotherapie-Szene selbst. Zweitens ist die Grundvoraussetzung, Therapeuten könnten abstinent und neutral in einer therapeutischen Beziehung agieren, eine fundamentale und grundegende Lüge, die dem hilfesuchenden Klienten massiv Sand in die Augen streut über das was in einer Psychotherapie wirklich abläuft. Die Behauptung, Menschen könnten innerhalb einer Beziehung Neutralität und Abstinenz wahren, ist reines Wunschdenken und steht gras im Widerspruch zur menschlichen Natur. Die Vorgabe, Therapeuten dürfen keine egoistischen Ziele verfolgen und unbewussten Wünschen nachgehen, ist nicht einmal ansatzweise zu erfüllen. Ein Blick in die unzähligen öffentlich gemachten Therapieabläufe lässt vermuten, dass Therapeuten vornehmlich eigene narzisstische, emotionale und egozentrische Bedürfnisse (Erfolg um jeden Preis) befriedigen, und dass der Klient durch die klare Machtverteilung nicht die geringste Chance hat, sich gegen diese Benutzung und Ausbeutung zu wehren oder sich dessen überhaupt bewusst zu werden. Drittens kehrt Psychotherapie eine der grundlegendsten und fundamentalsten Wesenszüge des Menschen vollkommen unter den Teppich, nämlich den Wunsch nach Entwicklung, Veränderung und Erfolg. Zwischen Therapeut und Klient wird auf dieser Ebene immer auch eine Konkurrenzsituation entstehen, die von keinem der beiden Beteiligten einfach ausgeblendet werden kann. So wird, falls sich der Klient dem Therapeuten nicht bedingungslos unterordnet, zwangsläufig ein subtiles Machtspiel zwischen beiden beginnen. Der Therapeut wird den ,Machtanspruch' des Klienten mit allen Mitteln zu unterbinden suchen, z.B. indem er diesen Machtanspruch als Abwehrhaltung bezeichnen wird. Ein Grossteil der in der Psychologie gewonnen "Forschungsergebnisse" sind im Grunde nur immer bessere, subtilere und effektivere Methoden, um beim Machtkampf gegen den Klienten weiterhin die Oberhand behalten zu können.
Der Psychotherapeut wird seinen eigenen Mangel an sozialen und beziehungsorientierten Lebenserfahrungen und seine Entwicklungsdefizite damit auszugleichen und zu kaschieren suchen, indem er dem erweiterten Erfahrungshorizont des Klienten seine eigene Kontroll- und Herrschsucht entgegenstellen wird. Er wird subtil Gehorsam vom Klienten einfordern. Befinden sich beide auf einer ähnlichen Reifestufe, wird der Therapeut alles tun, um den Klienten nicht an sich ,vorbeiziehen' zu lassen und Entwicklungen im Klienten unbewusst zu verhindern suchen. In der Praxis sieht es so aus, dass Therapeuten ihre Klienten dazu anhalten, sich mit Fassaden des Glücks, der Weiter-Entwicklung und der Heilung zu identifizieren. Das bringt dem Therapeuten folgenden Nutzen; der Klient überholt ihn nicht, und er erschafft sich die Illusion, eine Leistung erbracht zu haben (Gesundung des Klienten) Der Klient wird dazu verführt, sich die FASSADE eines Geheilten überzustülpen, was ihm ein besseres Image beschert und ihn dadurch in einer Ellenbogengesellschaft hierarchisch aufsteigen lässt. Die Inneren Zerstörungen im Klienten, neue gravierende Traumata, die aus der Therapie-Beziehung entstanden sind, darf und wird der Klient in der Regel nicht wahrnehmen oder wahrhaben wollen.
Dörte von Drigalski, die eine ausgesprochen freidenkende Persönlichkeit hat, hat sich letztendlich doch noch erfolgreich gegen das Überstülpen dieser Fassade gewehrt. Sie musste massive Demütigungen, Erniedrigungen und Ausgrenzungen in Kauf nehmen, an denen sie fast zerbrochen wäre. Doch sie hat es geschafft. Das Buch dokumentiert ihren Leidensweg und ihre mühsame und langwierige Befreiung von der Tyrannei der Psychotherapie. Am Ende schreibt sie "Sie ist fertig mit der Psychoanalyse". Und das ist auch gut so.


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